Gänzlich ausgenutzt hat die Automobilindustrie die Potenziale noch nicht
Autokarosserien werden immer leichter

Fahrzeughersteller arbeiten verstärkt mit modernen Materialien und neuen Verarbeitungstechniken.

DÜSSELDORF. Navigationssystem, Klimaanlage, Telematik: Autos von heute tragen immer mehr Intelligenz mit sich herum – und somit auch mehr Gewicht. Um die Wagen nicht zu schwer werden zu lassen, müssen die Karosserien abspecken. Darin sind sich die Hersteller einig. Nur das Wie beantwortet jeder Autobauer anders.

Neueste Variante: die komplett selbsttragende Karosserie im neuen Jaguar XJ. Statt aus herkömmlichem Stahl besteht sie aus Aluminium. Die einzelnen Bauteile sind nicht an einem Rahmen befestigt. 120 Meter Klebstoff und 3180 Nieten halten die Grundstruktur zusammen – die Technik stammt aus der Luft- und Raumfahrt. Insgesamt ist der Wagen um 40 % leichter und 60 % steifer als sein Vorgänger. „Die Steifigkeit ist ein bahnbrechender Fortschritt in punkto Crashsicherheit“, sagt Mark White, Projektleiter Karosserie bei Jaguar.

Die Leichtbauweise hat weitere Vorteile: Die Auto-Leistung steigt, Kraftstoffverbrauch und Schadstoffausstoß sinken. Jaguar ist von dem Konzept überzeugt und will es auch in der nächsten XK-Reihe einsetzen.

Konkurrent Audi hat bereits 1994 mit dem A8 das erste Fahrzeug mit vollständigem Alu-Kleid auf den Markt gebracht. Damals gab es kaum Erfahrung im Umgang mit dem Material. Mittlerweile hat Audi mehr als 250 000 Aluminium-Autos mit seinen Modellreihen A8 und A2 verkauft. „Unser Vorsprung gegenüber dem Wettbewerb beträgt rund fünf Jahre“, sagt Heinrich Timm, Leiter des Aluminium- und Leichtbauzentrums in Neckarsulm. Der A8 hat gegenüber vergleichbaren Fahrzeugen mit Stahlkarosserie einen Gewichtsvorteil von rund 40 %.

Die Technik dahinter heißt Audi Space Frame (ASF). Das Unternehmen setzt also im Gegensatz zu Jaguar auf eine Aluminium-Rahmen- struktur. Darin sind die Alu-Blechteile mittragend integriert. Weiterer Unterschied zwischen den beiden Methoden: Während die Bauteile im XJ durch die Niet-Klebetechnik gehalten werden, schweißt Audi die Elemente teilweise zusammen.

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