Garne mit heilender Wirkung
Textilien erobern die Arztpraxen

Technische Textilien finden zunehmend in der Medizin Anwendung – sei es, um Hauterkrankungen zu heilen, Adern zu weiten oder Wunden zu schließen.

BERLIN. „Der Trend geht zu multifunktionalen Materialien. Gerade im Bereich der Medizin und Hygiene sind antibakterielle, atmungsaktive, reißfeste und antistatische Stoffe gefordert, wobei sich die Kombination nach den jeweiligen Bedürfnissen richtet“, sagt Christina Nassauer, Projektleiterin des Netzwerkes Bayern Innovativ.

Innovationspotenziale gebe es auf allen Stufen der textilen Wertschöpfungskette: in der Polymerchemie, in der Herstellung von Garnen und Geweben und in neuartiger textiler Fertigungstechnik, so Nassauer. Dabei spielten vor allem die Nanobeschichtung, neue Fasern und Materialien wie Formgedächtnispolymere eine zentrale Rolle.

Vieles davon findet sich in dem textilen Sensor der Firma Alpha-Fit. Die so genannte „Schlaue Socke“ misst den Druck, den Schuhe auf Füße von Diabetikern ausüben. Das Problem: Durch Nervenschäden empfinden Zuckerkranke nicht mehr, ob sie sich wund laufen. Mit fatalen Folgen: Offene Stellen heilen schlecht, so dass es alleine dadurch zu 30 000 Amputationen im Jahr kommt. „Bisher gibt es keine fußumschließende Messmethode für Schuhorthopäden“, sagt Alpha-Fit Geschäftsführer Peter Bajorat. „Nur die Sohle lässt sich auf Druck messen – dabei entstehen Dreiviertel der Verletzungen in allen anderen Partien".

Die dreidimensionale Oberflächenmessung wird möglich, weil das feine, dehnbare Textil sensorische Fähigkeiten hat. „Der Faden misst selbst, ohne eingewebte Sensoren“, sagt Bajorat. Bei Druck verändert sich der Widerstand in den schwach leitenden Fäden an den Kreuzungspunkten des Gewebes. Diese Messdaten werden direkt durch das Textil an einen Adapter geleitet, der die Informationen kabellos an einen Auswertungscomputer überträgt. Dieser stellt die Druckverhältnisse grafisch dar. Im nächsten Jahr soll der neuartige Messstrumpf auf den Markt kommen.

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