Gefahr für den Flugverkehr Immer mehr Drohnen-Vorfälle gemeldet

Wenn eine Drohne in ein Flugzeugtriebwerk gerät, drohen tödliche Unfälle. Bislang gab es noch kein solches Unglück. Aber die Gefahr steigt stetig - wie die neuen Zahlen der Deutschen Flugsicherung zeigen.
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Mit der im April verabschiedeten Drohnenverordnung müssen auf bestimmten Drohnen Name und Anschrift des Halters auf einer feuerfesten Plakette vermerkt sein. Quelle: dpa
Immer mehr Drohnen-Vorfälle

Mit der im April verabschiedeten Drohnenverordnung müssen auf bestimmten Drohnen Name und Anschrift des Halters auf einer feuerfesten Plakette vermerkt sein.

(Foto: dpa)

Frankfurt/Düsseldorf Flugzeugpiloten werden im deutschen Luftraum immer häufiger durch Drohnen behindert. Nach Zahlen der Deutschen Flugsicherung (DFS) in Langen bei Frankfurt meldeten Piloten im Umfeld großer Flughäfen bis Ende August 60 Zwischenfälle. Im gesamten Vorjahr gab es 64 Vorfälle, 2015 waren es 14. Zunächst hatte die „Rheinische Post“ (Mittwoch) über die Zunahme der Zwischenfälle mit Drohnen berichtet. Kollisionen gab es bislang noch nicht.

Demnach wurden die meisten Behinderungen im Großraum des Frankfurter Flughafens gemeldet. Dort gab es in diesem Jahr bereits elf Vorfälle. Die Piloten im Raum Berlin-Tegel meldeten neun Behinderungen durch Drohnen, in Düsseldorf wurden fünf gemeldet. An anderen großen Flughäfen wurden drei oder weniger Vorfälle bekannt.

Auch die Drohne braucht bald ein Kennzeichen
Neue Regeln für den Umgang mit Drohnen
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Wo darf ich eigentlich meinen Multicopter in die Luft steigen lassen? Was ist die maximale Flughöhe? Und darf ich auch mit einer aufgesetzten Videobrille steuern? – Seit Anfang April gelten für die private Nutzung von unbemannten Fluggeräten neue Regeln. Worauf Sie jetzt achten müssen, zeigt der folgende Überblick.

Erlaubnisfreiheit
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Fluggeräte bis fünf Kilogramm Gewicht dürfen grundsätzlich ohne Erlaubnis aufsteigen. Für den Flug schwererer Geräte oder für den Nachtflug ist laut dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMV) eine Erlaubnis der Landesluftfahrtbehörden nötig.

Flughöhe
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100 Meter über dem Grund sind grundsätzlich die Grenze, heißt es beim BMV. Darüber hinaus ist eine Erlaubnis fällig. Ausnahmen gelten allerdings für Gelände, für die bereits eine Erlaubnis zum Aufstieg von Flugmodellen erteilt und auf denen eine Aufsichtsperson bestellt worden ist. Wird dort statt eines Multicopters zum Beispiel ein Modellflugzeug geflogen, ist für Flüge oberhalb von 100 Metern allerdings ein Kenntnisnachweis nötig.

Flugverbotszonen
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Verboten sind laut BMV Flüge über Einsatzorten von Polizei und Feuerwehr, über Krankenhäuser, Menschenmengen, Gefängnisse, Militärgelände, Industrieanlagen, einige Bundes- und Landesbehörden sowie Naturschutzgebiete. Auch rund um Flughäfen gilt ein Flugverbot. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) nennt einen Abstand von 1,5 Kilometer vom Flughafenzaun, die tatsächliche Kontrollzone kann aber größer sein. Genaue Karten gibt es auf der DFS-Webseite.

Regeln für Wohngebiete
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Drohnen von mehr als 250 Gramm Gewicht dürfen hier nicht mehr aufsteigen. Kann das Fluggerät filmen oder Töne aufnehmen, darf es in Wohngebieten gar nicht fliegen. Eine Ausnahme gilt, wenn die Grundstückseigentümer oder Mieter von überflogenem Gebiet ausdrücklich zustimmen.

Sichtweite
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Generell sind Flüge mit Geräten bis fünf Kilogramm nur in Sichtweite des Piloten erlaubt. Flüge mithilfe einer Videobrille sind allerdings dann erlaubt, wenn sie bis zu einer Höhe von 30 Metern stattfinden und das Gerät nicht schwerer als 250 Gramm ist. Oder wenn eine andere Person es ständig in Sichtweite hat und den Steuernden auf Gefahren aufmerksam machen kann. Auch diese Hilfe einer zweiten Person gilt dann als Betrieb in Sichtweite.

Die folgenden Regeln gelten vom kommenden Oktober an.

Kennzeichen
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Alle Multicopter und Flugmodelle ab 250 Gramm brauchen vom Oktober an eine Plakette mit Namen und Anschrift des Eigentümers. Das kann eine Metallplakette oder ein Aluminiumaufkleber sein. Das Kennzeichen muss dauerhaft mit dem Gerät verbunden und feuerfest sein. Der Grund: Im Schadensfall lässt sich so der Halter ermitteln.

„Wir haben hier ein radikal zunehmendes Problem und rechnen für das gesamte Jahr mit einer Verdopplung der Behinderungen gegenüber dem Vorjahr“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Flugsicherung, Klaus-Dieter Scheurle. Drohnen müssten für die Flugsicherung sichtbar gemacht werden. Bisher sind Hobby-Drohnen für das Radar nicht zu erkennen.

Mit der im April verabschiedeten Drohnenverordnung des Bundesverkehrsministeriums müssen auf bestimmten Drohnen Name und Anschrift des Halters auf einer feuerfesten Plakette vermerkt sein. Pilotenvertreter und DFS fordern aber ein zentrales Register und die Ortung von Drohnen per Chip, auch um Haftungsfragen bei Schäden zu klären.

„Jeder Zwischenfall mit einer Drohne ist einer zu viel“, sagte der Sprecher der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC), Markus Wahl, der Deutschen Presse-Agentur. Wenn eine Drohne die Cockpitscheibe eines Flugzeugs durchschlage oder in ein Triebwerk gerate, hätte das potenziell tödliche Auswirkungen. Wahl befürchtet zudem, dass die Dunkelziffer der Vorfälle deutlich höher sei. Oft seien sich Piloten nicht zu 100 Prozent sicher, ob sie tatsächlich eine Drohne gesehen hätten und sähen deswegen von einer Meldung ab.

Nach Schätzungen der DFS wird es Ende des Jahres knapp eine Million Drohnen in Deutschland geben. Damit deren Besitzer immer wissen, ob und wo sie ihr Fluggerät aufsteigen lassen können, hat die DFS eine App aufgelegt. Einmal mit allen nötigen Daten rund um die Drohne gefüttert, zeigt sie auf detaillierten Karten an, ob am gewünschten Ort geflogen werden darf. Sichtbar sind generelle Verbotszonen wie etwa im Berliner Regierungsviertel, aber auch lokale Verbotszonen - etwa über und rund um Polizeiwachen, Krankenhäuser oder Botschaften.

Dabei stellt die App detailliert dar, welche Bestimmungen der Drohnenverordnung erfüllt oder eben nicht erfüllt sind. Das soll laut DFS auch dabei helfen, die komplizierten Regeln zu lernen. Über das Menü können weitere nützliche Hinweise, Wetterinformationen und Kontaktdaten von Behörden abgerufen werden.

  • dpa
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  • Fehlt nur noch die Führerscheinpflicht für Drohnenführer, Helmpflicht für den Steuerung und die Abgasplakette vom TÜV. Dann ist wieder Alles geregelt in Deutschland.

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