Forschung + Innovation

Gefräßige Raupe fängt Schnecken mit Seidenfäden ein

In den Regenwäldern von Hawaii sind Forscher auf winzige Raupen gestoßen, die sich mit ihrem Appetit auf Schnecken von allen anderen Raupenarten der Erde unterscheiden. Die Art trägt den langen lateinischen Namen Hyposmocoma mulloscivora, ist aber selbst nur acht Millimeter kurz.
Jagd mit Seidenfäden Quelle: dpa

In den Regenwäldern von Hawaii fangen winzige Raupen mt ihren Seidenfäden Schnecken ein (Foto: "Nature & Science").

(Foto: dpa)

dpa WASHINGTON. In den Regenwäldern von Hawaii sind Forscher auf winzige Raupen gestoßen, die sich mit ihrem Appetit auf Schnecken von allen anderen Raupenarten der Erde unterscheiden. Die Art trägt den langen lateinischen Namen Hyposmocoma mulloscivora, ist aber selbst nur acht Millimeter kurz. Sie spinnt Seide wie eine Spinne.

Mit ihren Seidenfäden fängt sie mit Vorliebe Schnecken der Gattung Tornatellides ein, klebt sie auf dem Blatt fest, damit sie ihr nicht entkommen, und verspeist sie sodann genüsslich. Am Ende ist nur noch das Schneckenhaus übrig, das sich die kleinen Raupen oft huckepack aufladen: Ob zur Demonstration ihres Erfolgs oder als Tarnung, um mögliche Beutejäger zu verwirren, ist bisher nicht bekannt.

Daniel Rubinoff und William Haines von der Universität von Hawaii in Honolulu stellen die Raupe H. mulloscivora in „Science“ (Bd. 309, S. 575) vom Freitag vor. Sie gehört zu einer Reihe von Arten, die nur auf Hawaii existieren. Dank der Abgeschiedenheit der Inselgruppe - der nach „Science“-Angaben am stärksten isolierten Landmasse der Erde - haben die Tiere im Verlauf ihrer Evolution Fangmethoden und andere Eigenarten entwickelt, die es sonst nirgendwo mehr gibt.

H. mulloscivora hat einen schwarz glänzenden Kopf und hellbraunen Körper. Sie trägt einen Seidenbehälter auf ihrem Rücken, der wie ein Schlafsack aussieht, erläutert das Team. Wenn es für die Raupe an der Zeit ist, sich in eine Motte zu verwandeln, nutzt sie den Behälter als Kokon. Obwohl die Gattung Hyposmocoma auf der Inselkette von Hawaii mehr als 350 verschiedene Arten zählt, hat sich lediglich die H. mulloscivora, wie auch ihr Name sagt, zu einer Feinschmeckerin mit Gusto auf Schnecken oder andere Weichtiere (Mollusken) entwickelt.

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