Forschung + Innovation
Gen-Mäuse leben länger

Durch die gezielte Bekämpfung bestimmter Schadstoffe im Körper haben US-Forscher das Leben von Labormäusen um bis zu 20 Prozent verlängert. Das Experiment weist erstmals an Säugetieren nach, dass die Unterdrückung schädlicher Sauerstoffmoleküle tatsächlich den Alterungsprozess aufhalten kann.

dpa WASHINGTON. Entsprechende Ergebnisse hatten bisher nur Studien an Fruchtfliegen und Würmern geliefert. Das Team um Samuel E. Schriner von der Universität von Washington in Seattle stellt die vielversprechende Untersuchung in der Online-Ausgabe des Wissenschaftjournals „Science“ (DOI: 10.1 126/science.1 106 653) vom Donnerstag vor.

Die Forscher erzielten den lebensverlängernden Effekt bei den Nagern allerdings durch Züchtung und nicht durch eine gesunde Lebensweise, wie es beim Menschen erforderlich ist. Die gentechnisch modifizierten Mäuse produzierten das Enzym Catalase im Überfluss. Dessen Bildung wird beim Menschen vor allem durch eine vitaminreiche und fettarme Ernährung gefördert, wie der an der Studie beteiligte Pathologe Peter Rabinovitch erläuterte.

Am längsten lebten Mäuse, bei denen die Catalase-Produktion in den Mitochondrien angekurbelt war, den „Kraftwerken der Zelle“. Daraus schließen die Forscher, dass die schädlichen Sauerstoffmoleküle, so genannte freie Radikale, vor allem in den Mitochondrien entstehen und mit Antioxidantien dort möglicherweise auch beim Menschen einmal gezielt bekämpft werden können. Die bisher noch umstrittene Theorie der freien Radikale geht davon aus, dass diese Schadstoffe alle menschlichen Organe angreifen und unter anderem zu Herzproblemen und Krebs sowie letztlich zu einem verfrühten Tod führen können.

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