Forschung + Innovation
Gendefekt kann Schlaganfall bei jungen Patienten auslösen

Rostocker Mediziner haben bei jungen Schlaganfall-Patienten einen seltenen Gendefekt als wesentliche Ursache für die Erkrankung entdeckt. Eine bundesweite Studie mit 700 Schlaganfallpatienten im Alter zwischen 18 und 55 Jahren habe gezeigt, dass einigen ein spezielles Enzym fehle.

dpa ROSTOCK. Rostocker Mediziner haben bei jungen Schlaganfall-Patienten einen seltenen Gendefekt als wesentliche Ursache für die Erkrankung entdeckt. Eine bundesweite Studie mit 700 Schlaganfallpatienten im Alter zwischen 18 und 55 Jahren habe gezeigt, dass einigen ein spezielles Enzym fehle.

Das teilte die Universitätsklinik Rostock am Donnerstag mit. Dies führe zur Verengung von Blutgefäßen, mit der Folge von Schlaganfällen und Organversagen. Durch diese Erkenntnisse könnten einige jüngere Patienten nun gezielt behandelt werden.

Es handele sich bei der Krankheit um einen Gendefekt namens Morbus Fabry. Bei fünf Prozent der jüngeren Schlaganfallpatienten sei der Auslöser Morbus Fabry gewesen, sagte Prof. Arndt Rolfs. Damit sei die Krankheit mit deutlichem Abstand die wichtigste Einzelursache für Schlaganfälle bei jungen Patienten. Dies gelte insbesondere für jene Menschen, bei denen die typischen Schlaganfall-Risikofaktoren wie hoher Blutdruck, Nikotinmissbrauch, Übergewicht und hohe Blutfettwerte keine Rolle spielten.

Junge Schlaganfallpatienten sollten nach Ansicht von Rolfs künftig auf Morbus Fabry hin untersucht werden, um dann eine spezielle Enzymtherapie einleiten zu können, die das Auftreten weiterer Schlaganfälle verhindere. Seit etwa zwei Jahren stehe eine Enzymersatz-Therapie gegen Morbus Fabry zur Verfügung.

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