Generatoren und Motoren
Supraleiter helfen beim Stromsparen

Auch Schiffe müssen künftig mit möglichst wenig Energie betrieben werden. Dabei soll eine Technik helfen, die bislang eher in der Grundlagenforschung und allenfalls der Medizintechnik beheimatet ist: die Hochtemperatur-Supraleitung (HTS). Damit könnten Generatoren und Motoren effizienter, kleiner und leichter gebaut werden.

clo BERLIN. Siemens-Forscher haben einen Generator aus Materialien entwickelt, die Strom bei extremer Abkühlung fast ohne Widerstand transportieren. Die Leistung des Generators würde ausreichen, um eine Motoryacht von 50 Metern Länge anzutreiben und sämtliche Verbraucher an Bord mit Strom zu versorgen.

Der weltweit erste HTS-Prototyp von Siemens wird mit flüssigem Neon auf minus 248 Grad Celsius gekühlt. Die HTS-Drähte des Schiffs-Generators können zehnmal mehr Strom aufnehmen als übliche aus Kupfer. Gegenüber herkömmlichen Generatoren seinen Gewicht und Volumen nahezu halbiert worden. „Die fast verlustfreie elektrische Leitung hebt den elektrischen Wirkungsgrad auf annähernd 98 Prozent“, sagt Siemens-Fachzentrumsleiter Heinz-Werner Neumüller. Die erforderliche Kühlenergie sei dabei schon eingerechnet und falle kaum ins Gewicht.

Generatoren und Motoren könnten so effizienter, kleiner und leichter gebaut werden. „Dadurch kann auf kleinerem Bauraum effektiver Energie erzeugt werden“, nennt Neumüller die Vorteile. Das Siemens-Aggregat ist nur noch so groß wie ein Smart. Der Schiffsrumpf kann weiter verschlankt und durch den geringeren Wasserwiderstand bei sogenannten vollelektrischen Schiffen der Energiebedarf reduziert werden.

Schiffe mit elektrischen Antrieb liegen im Trend – vor allem bei Kreuzfahrtschiffen, denn sie sind deutlich leiser. Und die Supraleiter verringern nochmals Lärm und Vibrationen. Entsprechend groß seien die Chancen für den Einsatz von Supraleitern an Bord: „Die Entwicklung bei Schiffen ist schon sehr weit gediehen und wird eine der ersten Anwendungen sein, die umgesetzt werden wird“, ist sich Joachim Bock, stellvertretender Vorsitzender des Industrieverbandes Supraleitung, sicher.

Tests des Generators im Nürnberger Systemprüfhaus von Siemens verliefen erfolgreich, Anfang nächsten Jahres startet ein Langzeittest. Überdies wird ein ganzer Antriebsmotor mit Supraleitern entwickelt, der ab dem Jahr 2009 in den Probebetrieb gehen soll. Eine Kleinserie supraleitender Schiffe könnte ab 2012 erstmals in See stechen.

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