Forschung + Innovation
Gentechnik-Gel als möglicher Schutz vor Genital-Herpes

US-Forscher haben ein Spezialgel entwickelt, das im Tierversuch tagelang zuverlässig vor Herpes schützt. Das Gel enthält kleine Werkzeuge, so genannte kurze interferierende RNA-Moleküle (sirna), die Herpes-Virengene stumm schalten.

dpa LONDON. US-Forscher haben ein Spezialgel entwickelt, das im Tierversuch tagelang zuverlässig vor Herpes schützt. Das Gel enthält kleine Werkzeuge, so genannte kurze interferierende RNA-Moleküle (sirna), die Herpes-Virengene stumm schalten.

Wenn sich dieser Erfolg auf Menschen übertragen ließe, könnten sich vor allem Frauen vor einer Infektion schützen, wenn Männer kein Kondom benutzen wollen. Das Gel wird in der Vagina appliziert, von der Schleimhaut aufgenommen und bleibt mindestens zehn Tage lang aktiv, berichtete Judy Lieberman von der Harvard Medical School auf einer Konferenz in Boston.

Genitalherpes wird durch das Herpes-simplex-Virus hervorgerufen, das ein Leben lang im Körper des Infizierten bleibt. Nach Ruhephasen flammt es immer wieder auf. Es gibt Behandlungsmöglichkeiten, aber bislang keine Heilung. Die Forscher hoffen, dass interferierende RNA- Moleküle auch ein Ansatz zum Schutz vor dem Aidserreger HIV sein könnten.

Andere Wissenschaftler arbeiten an einem RNA-Gel, das den durch Papilloma-Viren (HPV) hervorgerufenen Gebärmutterhalskrebs verhindern soll. Gegen HPV hatte sich kürzlich auch eine Impfung in einem ersten klinischen Test brasilianischer Wissenschaftler als vielversprechend erwiesen. Verschiedene Herpes-Impfstoffe werden zurzeit entwickelt, bisher gibt es darunter jedoch laut „New Scientist“ noch keinen effektiv wirkenden Kandidaten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%