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Gentechnikgesetz: Sachsen-Anhalt droht mit Gang nach Karlsruhe

Die Mais-Produktion in einem geordneten Nebeneinander von gentechnischem und traditionellem Anbau ist nach den Ergebnissen von Feldversuchen in Deutschland möglich.

dpa BERLIN. Die Mais-Produktion in einem geordneten Nebeneinander von gentechnischem und traditionellem Anbau ist nach den Ergebnissen von Feldversuchen in Deutschland möglich. Eine wesentliche Verunreinigung konventioneller Nachbarfelder durch Gentechnik-Anbau sei vornehmlich innerhalb eines Abstandes von zehn Metern festgestellt worden.

Das sagte der Wirtschaftsminister von Sachsen-Anhalt, Horst Rehberger (FDP), am Mittwoch in Berlin. Er forderte die Bundesregierung auf, das Gentechnikgesetz zurückzuziehen. Anderenfalls werde sein Land eine Prüfung beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe anstrengen. Es habe sich gezeigt: „Koexistenz ist möglich.“ Wie Rehberger erklärte auch Jenoptik-Aufsichtsratschef Lothar Späth, die von Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast (Grüne) geplante Haftungsregelung sei eine „Zumutung für die Landwirte“.

Das Gesetz sieht eine umfassende Haftung für gentechnische Verunreinigungen herkömmlich bestellter Felder durch Pollenflug vor, auch wenn dem einzelnen Gen-Produzenten keine Schuld nachzuweisen ist. Der Bundesrat hatte das Gesetz abgelehnt. Es gilt aber als sicher, dass die Regelungen mit rot-grüner Kanzlermehrheit vom Bundestag dennoch verabschiedet werden.

Der wissenschaftliche Leiter des Erprobungsanbaus in sieben Bundesländern, Prof. Eberhard Weber (Halle/Wittenberg), empfahl den gentechnik-orientierten und traditionellen Mais-Produzenten, zwischen ihren Feldern künftig einen Abstand von 20 Meter einzuhalten. Dies sei auch völlig ungefährlich für Biolandwirte. Eine Kreuzung von Mais mit anderem Saatgut sei ohnehin nicht möglich, ergänzte Weber.

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