Geodaten für die Risiko-Analyse
Mit Hightech der Katastrophe auf der Spur

In den vergangen zehn Jahren verursachten Naturkatastrophen nach einer Untersuchung der Münchener Rück Schäden in Höhe von 514 Milliarden Dollar. Um ihr Geschäft überhaupt noch vernünftig betreiben zu können, benötigen besonders Rückversicherer Hightech zur Risikoanalyse und Schadensberechnung. Geo-Informationssysteme (GIS) spielen dabei eine immer wichtigere Rolle.

HB DÜSSELDORF. In den vergangenen fünfzig Jahren stieg die Zahl der versicherten Schäden weltweit um nahezu 900 Prozent. In vielen Regionen der Erde schleifen Orkane die dicht bebaute Oberfläche, öffnen sich kilometerlange Erdspalten, und fluten Wassermassen über Industrieanlagen, Stadtzentren und Verkehrswege. Das Geschäft mit Policen bedeutet für Versicherer eine ständige Abwägung zwischen Risiken und sinnvollem Geschäft. Doch nur wer über einen längeren Zeitraum genau hinsieht, kennt den Spielplan der Naturgewalten und sieht die roten Flecken auf der Landkarte.

Als Mitte Mai ein Erdbeben der Stärke 3,7 auf der Richter-Skala das südliche Rheinland erschütterte, war auch dies ein Beispiel dafür, wie wichtig Risiko-Analysen für die Versicherungswirtschaft sind. In diesem Fall wurden zwar keine größeren Schäden bekannt, doch bereits ein Beben der Stärke 5,7, wie es 1911 auf der Schwäbischen Alb bei Ebingen mit einem Schaden von damals umgerechnet rund 135 Millionen Euro aufgetreten war, könne nach Angaben des „Center for Disaster Management und Risk Reduction“ (CEDIM) der Universität Karlsruhe heute in Tübingen einen Schaden an Wohngebäuden in der Größenordnung von acht Milliarden Euro hervorrufen. Selbst ein verhältnismäßig kleines Beben der Stärke 4,0 könnte nach Angaben von CEDIM in Stuttgart noch zu Schäden über 400 Millionen Euro führen.

Die Wissenschaftler beschäftigen sich im Rahmen der Risikoanalyse für Deutschland neben Erdbeben auch mit der Schadensvorhersage von Hochwassern und einer Reihe weiterer Themen wie Stürmen. Professor Lothar Stempniewski, Sprecher des CEDIM, erklärt: „Wir definieren für jedes Gebiet so genannte Verletzlichkeiten auf Basis von unterschiedlichen Parametern, wie beispielsweise Bevölkerungsdichten oder der Verteilung von Gebäuden.“ Anhand dieser Werte errechnen die Forscher Schadenspotenziale, die in Euro angegeben werden und von der Art und Schwere der Katastrophe abhängen.

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