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Geologe: „Katrina“ war sicher nicht der schlimmste Hurrikan

Umweltkatastrophen wie der Hurrikan „Katrina“ im Süden der USA werden nach Einschätzung eines Experten in ihrem Ausmaß noch zunehmen und auch häufiger auftreten. „Es wird mit Sicherheit noch schlimmere Hurrikane geben“, sagte der Geologe und Hydrogeologe der Universität Leipzig, Walter Gläßer.

dpa LEIPZIG. Umweltkatastrophen wie der Hurrikan „Katrina“ im Süden der USA werden nach Einschätzung eines Experten in ihrem Ausmaß noch zunehmen und auch häufiger auftreten. „Es wird mit Sicherheit noch schlimmere Hurrikane geben“, sagte der Geologe und Hydrogeologe der Universität Leipzig, Walter Gläßer.

„Wir bekommen Zustände, die wir aus unserer Erfahrung nicht kennen.“ Ursache sei die globale Erderwärmung, die auch zu tektonischen Aktivitäten führe und Tsunamis auslöse. „Je heißer es in Afrika wird, wo sich die Hurrikane bilden, desto mehr Meerwasser nehmen sie auf und entladen sich gewaltiger an Land“, sagte Gläßer in einem Gespräch der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Die Folgen der Erwärmung hätten das Wetter auch in Deutschland extremer gemacht. „Die Häufigkeit und Heftigkeit der Windhosen und Tornados hat eindeutig zugenommen“, sagte der Forscher. „Die Thermodynamik ist völlig durcheinander.“ Der diesjährige Sommer habe bereits gezeigt, dass die Gewitter hier zu Lande stärker und stürmischer werden. „Dagegen kann man nichts machen. Man muss sich wappnen.“ Die Politik müsse auf die Klima-Folgen reagieren.

Der Geologe, der zu Forschungszwecken selbst in der Jazz-Metropole war, bezeichnete die Planung der US-Stadt als „vorsätzlich und verbrecherisch“. Der Aufbau einer Stadt bis zu acht Meter unter dem Meeresspiegel sei weltweit undenkbar. „Ich habe mich immer gefragt, wie man eine ganze Stadt unter Wasser setzen kann. Da wurde die natürliche Vernunft übergangen.“

Für Gläßer ist es unverständlich, dass „die Flutung abgewartet wurde“. Wenn das Wasser abgepumpt sei, müssten sich die Verantwortlichen überlegen, wie die Stadt künftig geschützt weren soll. „Der Meeresspiegel steigt weltweit. Es gibt Prognosen von bis zu drei Metern in den nächsten zehn bis 15 Jahren. Regionen wie Bangladesch oder New Orleans sind dann eigentlich nicht mehr bewohnbar. Doch die Amerikaner bauen in Gebieten, die nicht bebaubar sind.“

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