Geowissenschaften
Erdbeben von Menschenhand

Kanadische Forscher haben herausgefunden, dass ein schweres Erdbeben in Spanien wahrscheinlich von Menschenhand ausgelöst worden ist. Der Befund hat auch Bedeutung für den Kampf gegen den Klimawandel.
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MadridWissenschaftler sind der Ursache eines schweren Erdbebens auf die Spur gekommen, das im vergangenen Jahr die südwestspanische Stadt Lorca erschütterte. Die Forscher um Pablo Gonzalez von der kanadischen University of Western Ontario konnten nachweisen, dass das Beben seinerzeit vom Menschen mitverursacht worden war. Laut der im britischen Fachmagazin „Nature Geoscience“ veröffentlichten Studie war das massenhafte Abpumpen von Grundwasser mitverantwortlich für das Beben.

Erdbeben-Experten waren damals überrascht darüber, dass das Beben, bei dem neun Menschen starben und mindestens hundert weitere verletzt wurden, so große Schäden verursachte, obwohl es mit einer Stärke von 5,1 nicht besonders heftig ausfiel. Die Forscher fanden nun heraus, dass das Beben sich in nur drei Kilometern Tiefe an einer bereits existierenden seismischen Bruchlinie ereignete.

Nahe dieser Bruchlinie war aus einer Grundwasserschicht in großem Stil Wasser abgepumpt worden. Dadurch entstanden Risse in der Erdkruste, was zu neuen Spannungen an der Bruchlinie selbst führte, die bei dem Beben dann viel leichter aufbrach.

Die Forscher stützen sich auf Satellitenaufnahmen aus der Zeit vor und nach dem Erdbeben. Sie fanden zudem heraus, dass der Grundwasserspiegel in dem Gebiet zwischen 1960 und 2010 um mindestens 250 Meter absank. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass Aktivitäten des Menschen einen Einfluss darauf haben könnten, wie und wann sich Erdbeben ereignen“, heißt es in der Studie.

In einem Begleitkommentar schreibt der Geologe Jean-Philippe Avouac vom California Institute of Technology (Caltech), das Abpumpen von Grundwasser habe vermutlich natürliche Prozesse beschleunigt und nicht das Beben selbst ausgelöst. „Es gehört nicht viel dazu, ein Erdbeben auszulösen“, so Avouac. „Starke Regenfälle können bereits ausreichen.“ Es seien auch Fälle von Beben dokumentiert, die von menschlichen Aktivitäten wie Ölbohrungen oder dem Anlegen von Stauseen ausgelöst worden seien.

Die Ergebnisse der Studie hätten aber weitreichende Folgen: So stelle sich die Frage nach dem Risiko der unterirdischen Speicherung von Kohlenstoffdioxid im Kampf gegen den Klimawandel.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Geowissenschaften: Erdbeben von Menschenhand"

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  • Die dreiste Klimalüge nervt, auch wenn sie noch so oft wiederholt wird!

    Gute Doku zum Thema:

    http://www.youtube.com/watch?v=bTJulde4B-Y&feature=related

  • "Die Ergebnisse der Studie hätten aber weitreichende Folgen: So stelle sich die Frage nach dem Risiko der unterirdischen Speicherung von Kohlenstoffdioxid im Kampf gegen den Klimawandel."

    Die Menschheit würde dann endgültig völlig verblöden. Das wäre das Risiko.

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