Geschichte: Wissenschaftler: Kolumbus litt an Reiter-Syndrom

Geschichte
Wissenschaftler: Kolumbus litt an Reiter-Syndrom

Christoph Kolumbus ist nach Ansicht eines spanischen Mediziners entgegen bisherigen Annahmen nicht an Gicht gestorben. Der Seefahrer und Entdecker sei vermutlich einem Herzinfarkt erlegen, den er infolge eines Organversagens erlitten habe.

dpa GRANADA. Christoph Kolumbus ist nach Ansicht eines spanischen Mediziners entgegen bisherigen Annahmen nicht an Gicht gestorben. Der Seefahrer und Entdecker sei vermutlich einem Herzinfarkt erlegen, den er infolge eines Organversagens erlitten habe.

Das stellte der Medizinprofessor Antonio Rodríguez Cuartero von der Universität in Granada (Südspanien) in einer Studie fest. Bei den Symptomen, unter den Kolumbus gelitten hatte und die viele Forscher bislang als eine Gichterkrankung interpretierten, habe es sich in Wirklichkeit um Erscheinungsformen des Reiter-Syndroms gehandelt. Dieses Leiden ist eine Art von Gelenkentzündung, die als Reaktion auf Entzündungen in anderen Körperteilen entsteht. Sie wird häufig von Entzündungen der Bindehaut und der Harnröhre begleitet.

„Auf Grund der Tagebucheintragungen von Kolumbus sowie der Aufzeichnungen von Zeitgenossen können wir die Krankengeschichte von Kolumbus gut rekonstruieren“, sagte der Mediziner am Sonntag. „Man muss sie nur zu interpretieren wissen.“ Kolumbus habe schon mit 25 Jahren unter Gelenkschmerzen und Blutungen an den Augen gelitten.

Dies deute auf das Reiter-Syndrom hin, erläuterte der Mediziner. Vor seinem Tod habe der Entdecker in Armut gelebt. Kolumbus starb am 20. Mai 1 506 im Alter von etwa 55 Jahren in Valladolid in Spanien. Bis heute ist nicht definitiv geklärt, wo er geboren wurde und wo sich seine Grabstätte befindet.

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