Gesundheit
14. Todesopfer durch Vogelgrippe in Thailand

In Thailand ist nach Monaten erstmals wieder ein Mensch an der Vogelgrippe gestorben. Die Gesundheitsbehörden bestätigten am Mittwoch das aggressive Virus H5n1 als Todesursache bei einem 17-Jährigen aus der nördlichen Provinz Pichit.

dpa BANGKOK/MüNCHEN. In Thailand ist nach Monaten erstmals wieder ein Mensch an der Vogelgrippe gestorben. Die Gesundheitsbehörden bestätigten am Mittwoch das aggressive Virus H5n1 als Todesursache bei einem 17-Jährigen aus der nördlichen Provinz Pichit.

Er ist nach Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) der 15. Vogelgrippe-Tote des Landes und der erste in diesem Jahr in dem südostasiatischen Königreich. Thailand hatte erst zu Wochenbeginn eingeräumt, dass die Tierseuche nach acht vogelgrippefreien Monaten in das Land zurückgekehrt ist.

Der junge Mann hatte nach WHO-Angaben am 10. Juli die Kadaver toter Hühner begraben und war fünf Tage später erkrankt. Am 20. Juli kam er ins Krankenhaus, wo er am Montag starb. Aus Pichit hatten Tierärzte der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) in Paris kürzlich den ersten Vogelgrippeausbruch bei Geflügel seit November 2005 gemeldet, der am 16. Juli begonnen hatte. Dort starben 31 Hühner, rund 300 Tiere wurden vorsorglich getötet. Laut Gesundheitsministeriums werden ein elfjähriger Junge aus Pichit sowie sieben andere Menschen auf eine mögliche Infektion mit dem für Menschen gefährlichen Erreger untersucht. Weltweit hat die WHO bislang 232 Vogelgrippeinfektionen bei Menschen registriert, 134 dieser Patienten sind gestorben.

Unterdessen meldet der Pharmakonzern Glaxosmithkline Fortschritte bei der Entwicklung eines Grippepandemie-Impfstoffs für Menschen. Nach Angaben der Unternehmens vom Mittwoch liefen Tests mit einem Vakzin gegen das auch für Menschen gefährliche Virus H5n1 erfolgreich. Es ist nicht der erste H5n1-Impfstoff für Menschen: Auch die Pharmafirma Sanofi Pasteur hatte bereits erfolgreich einen Impfstoffkandidaten getestet, ebenso hatten das US-Institut für Infektionskrankheiten und die ungarische Regierung von gelungenen H5n1-Impfstofftests berichtet.

Ob diese Vakzine auch im Fall einer befürchteten Grippepandemie Schutz bieten, lässt sich nicht sagen, bevor ein Pandemievirus entstanden ist. Gesundheitsexperten fürchten eine Veränderung des nur schwer unter Menschen übertragbaren Erregers H5n1, die dann eine schwere weltweite Grippewelle auslösen könnte. Erst wenn ein solches Pandemievirus entstanden sein sollte, ließe sich dagegen ein maßgeschneiderter Impfstoff produzieren. Die Entwicklung von H5n1- Impfstoffen kann jedoch diesen Prozess erheblich beschleunigen. Es ist außerdem möglich, dass auch sie bereits einen mehr oder minder ausgeprägten Schutz gegen ein Pandemievirus bieten.

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