Gesundheit
Altersdiabetes genetisch bedingt

Altersdiabetes ist nach Erkenntnis von Fachärzten stärker genetisch bedingt als bislang angenommen. Ob sich ein so genannter Typ-2-Diabetes entwickele, liege eher an den Genen als an Fettleibigkeit, sagte der Gastroenterologe Prof.

dpa HAMBURG/POTSDAM. Altersdiabetes ist nach Erkenntnis von Fachärzten stärker genetisch bedingt als bislang angenommen. Ob sich ein so genannter Typ-2-Diabetes entwickele, liege eher an den Genen als an Fettleibigkeit, sagte der Gastroenterologe Prof.

Dirk Müller- Wieland von der Hamburger Asklepios Klinik St. Georg am Dienstag vor der Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) in Hamburg. Lebensstil und damit verbunden das Körpergewicht könnten aber den Zeitpunkt des Ausbruchs und den Verlauf der Krankheit bestimmen. Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung können Vollkornprodukte vorsorgen.

Vollkornprodukte enthalten dem Potsdamer Institut zufolge Substanzen, die sich höchstwahrscheinlich günstig auf den Blutzuckerstoffwechsel auswirken. „Verschiedene Studien lassen vermuten, dass Ballaststoffe aus Getreideprodukten die Insulinwirkung verbessern“, erläuterte Studien-Mitautor Heiner Boeing. „Zudem lässt eine ballaststoffreiche Kost den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen, so dass Blutzuckerspitzen vermieden werden, die die Entstehung eines Diabetes begünstigen.“ Ballaststoffe aus Obst und Gemüse spielten hingegen keine Rolle für das Diabetesrisiko.

Tagungspräsident Prof. Peter Nawroth von der Universitätsklinik Heidelberg bezeichnete in Hamburg Diabetes auch als soziales Problem. Das soziale Umfeld, Ernährung, Sport und psychisches Wohlbefinden des Patienten müssten stärker in die Prävention und Behandlung der Zuckerkrankheit einbezogen werden, betonte der Mediziner. Besonders Kinder, die einsam vor dem Bildschirm groß würden statt mit Freunden oder Geschwistern zusammen zu sein, hätten ein viel höheres Risiko Diabetes vom Typ zwei zu entwickeln. Der so genannte Altersdiabetes trifft zunehmend auch jüngere Menschen.

Zur 42. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft werden von diesem Mittwoch bis Samstag etwa 7 000 Ärzte, Wissenschaftler und Betroffene in Hamburg erwartet.

(Berichtigung: Im ersten Absatz, fünfte Zeile wurde korrigiert: „...der Gastroenterologe Prof. Dirk Müller-Wieland von der Hamburger Asklepios Klinik St. Georg (statt: vom deutschen Diabeteszentrum in Düsseldorf)...“)

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