Gesundheit
Chikungunya-Mücke in zwölf Ländern Europas gesichtet

Ausbrüche des Chikungunya-Fiebers wie zurzeit in Italien sind nach Einschätzung des Hamburger Tropenbiologen Andreas Krüger auch andernorts in Europa möglich.

dpa HAMBURG. Ausbrüche des Chikungunya-Fiebers wie zurzeit in Italien sind nach Einschätzung des Hamburger Tropenbiologen Andreas Krüger auch andernorts in Europa möglich.

„Die Überträgermücke ist bislang in zwölf europäischen Ländern nachgewiesen worden“, sagte der Bundeswehr-Wissenschaftler am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Allerdings sei zu erwarten dass mögliche lokale Ausbrüche von selbst wieder verlöschen. „Bisher ist es ein rein tropisches Virus. Die Erreger sind mit Sicherheit empfindlicher als der Überträger und überstehen vermutlich den Winter nicht“, betonte Krüger. Das gelte auch für den aktuellen Ausbruch in Italien.

Andernfalls hätte es schon viel früher zu verbreiteten Ausbrüchen kommen müssen, erläuterte der Insektenforscher. „In Italien wurde die Mücke 1990 erstmals beobachtet, in Europa 1979 in Albanien.“ Das Chikungunya-Fieber, das zu starkem Fieber, Gelenk- und Kopfschmerzen führt, wird von einem Virus ausgelöst, das infizierte Mücken der eingeschleppten asiatischen Art Aedes albopictus beim Stich übertragen. Diese Mücke sei außer in Italien und Albanien auch bereits in Belgien, Bosnien-Herzegowina, Frankreich, Griechenland, Kroatien, Montenegro, den Niederlanden, der Schweiz, Slowenien und Spanien gesichtet worden.

„Vermutlich liegt der Ursprung der eingeschleppten Mücken in Japan“, erläuterte Krüger. „Die dort verbreitete kälteresistente Form kann in Europa sicher ähnlich gut überwintern wie die hier einheimischen Arten.“ Hauptsächlich würden Mückeneier in alten Autoreifen eingeschleppt, die zum Recycling verschifft werden. Die asiatische Mückenart sei noch nicht lange Überträger des Virus, das früher nur von der afrikanischen Mücke Aedes aegypti verbreitet worden sei. „Man muss damit rechnen, dass sich der Erreger an die Mücke angepasst hat und damit auch leichter übertragbar geworden ist.“

Gespräch: Till Mundzeck, dpa

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