Gesundheit
Depressionen und Herzinfarkte bedingen sich gegenseitig

Depressive leiden häufiger an Herzerkrankungen, und Herzkrankheiten führen wiederum häufig zu Depressionen. Dieser Teufelskreis konnte nach Angaben des US-amerikanischen Neurologen Alexander H. Glassmann inzwischen durch mehrere Studien in den vergangenen Jahren untermauert werden.

dpa WIEN. Depressive leiden häufiger an Herzerkrankungen, und Herzkrankheiten führen wiederum häufig zu Depressionen. Dieser Teufelskreis konnte nach Angaben des US-amerikanischen Neurologen Alexander H. Glassmann inzwischen durch mehrere Studien in den vergangenen Jahren untermauert werden.

Wie Glassmann auf dem bis Mittwoch dauernden Europäischen Kongress für Neuropsychopharmakologie in Wien erläuterte, zeigten die Studien, dass 17 bis 27 Prozent der Krankenhauspatienten mit Herzinfarkt oder ähnlichen Herzkrankheiten zugleich schwere Depressionen haben. Das teilten die Kongressveranstalter am Dienstag in Wien mit.

Den Untersuchungen zufolge finden sich im Gefolge eines Herzinfarktes oder anderer Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße häufig Depressionen, die ein erhöhtes Sterberisiko mit sich bringen. Klinisch gesunde Menschen, die an Depressionen erkrankten, trügen ein signifikant erhöhtes Risiko, im weiteren Verlauf ihres Lebens Herzinfarkte oder Schlaganfälle zu erleiden.

Wer nach einem ersten Herzinfarkt an Depressionen leidet, hat nach einer Studie der Universität Groningen (Niederlande) aus dem Jahr 2005 das doppelte Risiko, einen weiteren Infarkt zu erleiden. Glassmann geht nach eigenen Untersuchungen sogar von einem bis zu drei Mal höheren Risiko aus.

Wie Glassmann berichtete, dürften die Ursachen vielschichtig sein. Bei Menschen mit Depressionen können einerseits Störungen des vegetativen Nervensystems zu einem höheren Blutdruck und damit zu einer größeren Gefährdung führen. Patienten mit psychischen Störungen seien deutlich weniger motiviert, einen gesunden Lebensstil zu pflegen. Außerdem könne eine Depression bei Menschen mit Herzerkrankungen die Regelmäßigkeit der Einnahme der notwendigen Medikamente negativ beeinflussen.

Glassmann von der Columbia University in New York und sein Team konnten 2002 zeigen, dass die Behandlung von Infarktpatienten mit einem gängigen Antidepressivum deren Sterberate und die Häufigkeit erneuter akuter Anfälle senkte.

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