Gesundheit
Experte: Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz ist Wirtschaftsfaktor

Die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz ist nach Meinung des Ärztlichen Direktors der Klinik für Psychosomatik Hannover, Harald Gündel, ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

dpa NüRNBERG. Die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz ist nach Meinung des Ärztlichen Direktors der Klinik für Psychosomatik Hannover, Harald Gündel, ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

„Dauerstress ist oft die Ursache für krankheitsbedingte Fehlzeiten, Frühverrentungen und den damit verbundenen Produktivitätsverlust“, sagte Gündel zum Abschluss eines Fachkongresses am Samstag in Nürnberg.

Arbeitsbedingter Stress ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für 50 bis 60 Prozent aller krankheitsbedingten Fehlzeiten verantwortlich. „Arbeitnehmer sind heute oft einer enormen körperlichen und seelischen Belastung ausgesetzt“, sagte Gündel. Wegen der aktuellen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen werde oft ein hoher Druck am Arbeitsplatz aufgebaut.

„Wer diesen Druck nicht aushält, leidet auf Dauer unter beruflicher Unzufriedenheit und Ausgebranntsein. Angesichts des eingeschränkten Kündigungsschutzes und der Massenarbeitslosigkeit grassiert in vielen Betrieben zudem die Angst vom dem Verlust der beruflichen Existenz“, sagte Gündel. Dies könne sowohl zu körperlichen Erkrankungen wie Herzinfarkt als auch psychischen Erkrankungen wie Depressionen führen.

„Führungskräfte müssen mehr auf die Arbeitnehmer eingehen und speziell geschult werden,“ forderte Gündel. Dies gelte insbesondere für die Kommunikation am Arbeitsplatz. „Damit ließen sich viele Probleme vermeiden.“ Auch die Arbeitsbedingungen in den Betrieben und das Gesundheitsverhalten der Belegschaft müssten verbessert werden.

Am viertägigen Jahreskongress des Deutschen Kollegiums und der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Medizin nahmen rund 800 Mediziner, Psychologen und Therapeuten teil.

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