Gesundheit
Fachärzte warnen vor Schlaganfällen durch Drogen

Drogen sind nach Angaben von Fachärzten bei jungen Menschen eine häufige Ursache von Schlaganfällen. Vor allem der Konsum von Kokain und illegalen Aufputschmitteln (Amphetaminen) sei gefährlich, warnte die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft am Dienstag in Berlin anlässlich einer US-Studie.

dpa BERLIN. Drogen sind nach Angaben von Fachärzten bei jungen Menschen eine häufige Ursache von Schlaganfällen. Vor allem der Konsum von Kokain und illegalen Aufputschmitteln (Amphetaminen) sei gefährlich, warnte die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft am Dienstag in Berlin anlässlich einer US-Studie.

In der Untersuchung an der Universität von Texas sei in der Altersgruppe der 18- bis 44-Jährigen jeder siebte Schlaganfall durch Drogenkonsum ausgelöst worden.

„Amphetamine und Kokain können den Blutdruck schlagartig erhöhen, bei Kokain kann es auch zu einem Gefäßkrampf kommen“, warnte der Vorsitzende der Fachgesellschaft, Prof. Martin Grond. Bei Amphetaminen könnten Blutgefäße im Gehirn platzen, es komme zur Hirnblutung. Die US-Studie von Arthur Westover und Kollegen habe ergeben, dass Amphetamin-Konsumenten ein fünffach erhöhtes Risiko für eine Hirnblutung haben, den so genannten hämorrhagischen Schlaganfall. Die andere Form ist der ischämische Schlaganfall, ausgelöst durch eine plötzliche Durchblutungsstörung im Gehirn. Der Studie zufolge verdoppelt Kokain sowohl das Risiko des ischämischen als auch des hämorrhagischen Schlaganfalls.

Grond warnte, gerade junge Menschen seien sich der Gefahren dieser Drogen oft nicht bewusst. Für sie seien Schlaganfälle eine Erkrankung älterer Menschen. Das sei jedoch ein Irrtum. „Immer wieder sehen wir Patienten, die mit 40, 30 oder sogar schon mit 20 Jahren einen Schlaganfall erleiden“, erläuterte der Chefarzt am Kreiskrankenhaus Siegen. Nach seinen Worten haben in Deutschland mehr als 1,6 Millionen Menschen zwischen zwölf und 59 Jahren Erfahrung mit Amphetaminen und knapp 1,5 Mill. mit Kokain.

Die US-Untersuchung ist im Fachjournal „Archives of General Psychiatry“ (Bd. 64, S. 495) erschienen.

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