Gesundheit
Forscher: Genveränderungen beteiligt an Zappelphilippsyndrom

Eine genetische Ursache des Zappelphilippsyndroms haben Essener Forscher entdeckt. Diese Aufmerksamkeitsstörung bei Kindern hänge mit Veränderungen am Gen für den Transporter des Botenstoffs Dopamin zusammen, teilte das nationale Genomforschungsnetz am Donnerstag in Bonn mit.

dpa BONN/ESSEN. Eine genetische Ursache des Zappelphilippsyndroms haben Essener Forscher entdeckt. Diese Aufmerksamkeitsstörung bei Kindern hänge mit Veränderungen am Gen für den Transporter des Botenstoffs Dopamin zusammen, teilte das nationale Genomforschungsnetz am Donnerstag in Bonn mit.

Eine Arbeitsgruppe um den Essener Kinderpsychiater Johannes Hebebrand hatte 329 Familien untersucht, in denen mindestens ein Kind von der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (Adhs) betroffen ist.

Die Forscher ermittelten eine Kombination von drei Veränderungen im Gen für den Dopamintransporter. Menschen, die diese Kombination von Vater und Mutter geerbt haben, hätten ein 2,5fach erhöhtes Risiko, an Adhs zu erkranken. „Das heißt natürlich nicht, dass jeder, der diese genetischen Varianten trägt, automatisch Adhs bekommt“, sagte Hebebrand.

Bislang haben bereits mehrere Studien darauf hingewiesen, dass der Dopaminstoffwechsel und möglicherweise auch die Funktion des Dopamintransporters bei Adhs-Patienten verändert sind. Methylphenidat, der am häufigsten verschriebene Wirkstoff bei der Adhs, binde an den Dopamintransporter und blockiere ihn, teilte das Forschungsnetz mit.

Adhs ist die häufigste psychiatrische Störung bei Kindern und Jugendlichen. Jungen sind davon drei- bis vier Mal so häufig betroffen wie Mädchen. Die Patienten sind häufig unaufmerksam, unruhig, impulsiv und haben einen erhöhten Bewegungsdrang. Aus verschiedenen Zwillings- und Familienstudien geht den Angaben zufolge hervor, dass Adhs zu 80 Prozent genetisch bedingt sei.

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