Gesundheit
Forscher warnen vor Gesundheitsgefahr aus der Keksdose

Wissenschaftler der Universität Jena haben vor zu hohen Mengen schädlicher Fettsäuren in Keksen, Kartoffelchips und Blätterteig gewarnt. Bestimmte ungesättigte Fettsäuren stehen im Verdacht, Erkrankungen wie Arteriosklerose und Herzinfarkt zu begünstigen.

dpa JENA. Wissenschaftler der Universität Jena haben vor zu hohen Mengen schädlicher Fettsäuren in Keksen, Kartoffelchips und Blätterteig gewarnt. Bestimmte ungesättigte Fettsäuren stehen im Verdacht, Erkrankungen wie Arteriosklerose und Herzinfarkt zu begünstigen.

Diese sogenannten Transfettsäuren kämen in Milch, Milchprodukten und Fleisch vor, entstünden aber auch beim Härten von pflanzlichen Ölen, teilte die Universität am Donnerstag mit.

„Backmargarinen und daraus hergestellte Lebensmittel wie Gebäck, Snacks und besonders Blätterteig weisen teilweise sehr hohe Gehalte von Transfettsäuren auf“, sagte der Ernährungswissenschaftler Gerhard Jahreis. Er forderte eine Kennzeichnungspflicht für Transfettsäuren in Lebensmitteln. „Bisher kann die Aufnahme von Transfettsäuren in unserer Ernährung nur geschätzt werden, da exakte Daten über den Gehalt fehlen.“

Die Jenaer Wissenschaftler hatten mehr als 800 Lebensmittel untersucht und dabei bei etwa jedem Fünften einen leicht bis stark erhöhten Transfettsäure-Gehalt festgestellt. Bis zu drei Gramm der Substanz pro Tag seien in Ordnung. „Wenn sich aber jemand nur von Snacks ernährt, kommt er locker auf zehn Gramm und mehr“, sagte Jahreis. Starke Schwankungen gebe es etwa bei Waffeln und Mikrowellen-Popcorn.

Handelsübliche Bechermargarinen seien arm an Transfettsäuren, sagte Jahreis. Anders sehe dies bei Margarine im Würfel aus. Formulierungen auf den Verpackungen wie „enthält gehärtetes Fett“ oder „pflanzliches Fett, zum Teil gehärtet“ weisen laut Jahreis auf die schädlichen Transfettsäuren hin. Seiner Ansicht nach sollten Lebensmittel deutliche Hinweise auf ihren Transfettsäure-Gehalt enthalten. In Dänemark dürften Lebensmittel maximal zwei Prozent Transfettsäuren am gesamten Fettgehalt enthalten. In Deutschland gebe es noch keinen solchen Grenzwert.

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