Gesundheit
Fruchtwasseruntersuchung oft überflüssig

Eine Fruchtwasseruntersuchung bei älteren Schwangeren ist nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (Degum) oft überflüssig. Die Gesellschaft empfiehlt allen Frauen das so genannte Ersttrimester-Screening, um das Risiko für Fehlbildungen abzuschätzen.

dpa FRANKFURT/MAIN. Eine Fruchtwasseruntersuchung bei älteren Schwangeren ist nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (Degum) oft überflüssig. Die Gesellschaft empfiehlt allen Frauen das so genannte Ersttrimester-Screening, um das Risiko für Fehlbildungen abzuschätzen.

Die sehr riskante Fruchtwasseruntersuchung, bei der rund ein Prozent der Föten sterben, muss dann nur bei denjenigen durchgeführt werden, bei denen das Screening auf ein höheres Risiko hinweist.

Das Verfahren, das zwischen der 11. und der 14. Woche durchgeführt wird, kombiniert zwei Untersuchungen: eine Ultraschallmessung der Dicke einer Flüssigkeitsablagerung im Nacken des Babys und eine Blutanalyse der Mutter. Ein Computerprogramm berechnet aus den Daten die Wahrscheinlichkeit einer Chromosomenstörung wie Trisomie 21. Deutlich verbessert habe sich sich die Zuverlässigkeit der Methode durch ein neues Rechenmodell, das seit 2007 verwendet wird, erklärte der Essener Genetiker Prof. Bernd Eiben.

Derzeit lässt einer Umfrage zufolge knapp die Hälfte aller Schwangeren eine solche Risikoabschätzung machen. Sie kostete rund 100 Euro und wird von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt. Degum-Präsident Prof. Eberhard Merz (Frankfurt) hält das für einen Fehler, da Frauen heute immer später schwanger werden. Waren 1990 erst zehn Prozent der Gebärenden über 35 Jahre als sind es heute fast ein Viertel. Mit zunehmenden Alter steigt das Risiko für Fehlbildungen.

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