Gesundheit
Gentest kann vor plötzlichem Herztod schützen

Ein Gentest kann jüngere Menschen vor dem plötzlichen Herztod durch ein seltenes Herzleiden schützen. Mit diesem Beispiel hat der Mediziner Prof. Ludwig Thierfelder am Dienstag beim Internistenkongress in Wiesbaden auf erste Erfolge der noch jungen molekularen Medizin hingewiesen.

dpa WIESBADEN. Ein Gentest kann jüngere Menschen vor dem plötzlichen Herztod durch ein seltenes Herzleiden schützen. Mit diesem Beispiel hat der Mediziner Prof. Ludwig Thierfelder am Dienstag beim Internistenkongress in Wiesbaden auf erste Erfolge der noch jungen molekularen Medizin hingewiesen.

Mit dem Test lasse sich der Gendefekt frühzeitig entdecken, der zu einer arrhythmogenen rechtsventrikulären Kardiomyophathie (Arvd) und oft zum plötzlichen Herzstillstand führt, berichtete Thierfelder. Beim frühen Erkennen des Gendefekts erhielten die Patienten einen Defibrillator implantiert, der ihre Lebenserwartung nach bisherigen Daten normalisiere.

Anders als noch vor zehn Jahren lasse sich heutzutage oft erkennen, welche Gene eine Krankheit verursachen, wenn sie defekt sind, sagte der Mediziner vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin.

Während des Kongresses zeichnete die Berliner Paul-Martini-Stiftung zwei Mediziner mit ihrem Preis für herausragende Leistungen in der klinisch-therapeutischen Arzneimittelforschung aus. Der mit 25 000 Euro ausgestattetet Preis ging an Prof. Roland Schüle, Direktor des Zentrums für Klinische Forschung der Universität Freiburg, und an Prof. Christian Strassburg von der Medizinischen Hochschule Hannover. Schüle hatte zusammen mit Kollegen am Bonner Universitätsklinikum entdeckt, an welchen Molekülen sich die Aggressivität eines Prostata-Krebses erkennen lässt.

Strassburg erhielt den Preis, weil er mit seinem Team aufdeckte, warum bestimmte Krebs- und und HIV-Medikamente bei einigen Patienten schwere Nebenwirkungen wie Gelbsucht hervorrufen. Schuld sind ererbte Mutationen bestimmter Enzyme, die für den Abbau von Wirkstoffen aus Arzneimitteln sorgen. Damit können Ärzte durch einen Gentest klären, ob Patienten Nebenwirkungen drohen.

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