Gesundheit
Immer mehr Kinder haben Allergien und Asthma

Jena (dpa) - Die Zahl der Kinder mit Allergien und Asthma wird in den kommenden Jahren nach Ansicht von Experten weiter steigen. Während vor der Wende etwa fünf Prozent der Kinder in Ostdeutschland an Asthma litten, habe sich der Anteil in wenigen Jahren verdoppelt und ans Westniveau angeglichen.

Jena (dpa) - Die Zahl der Kinder mit Allergien und Asthma wird in den kommenden Jahren nach Ansicht von Experten weiter steigen. Während vor der Wende etwa fünf Prozent der Kinder in Ostdeutschland an Asthma litten, habe sich der Anteil in wenigen Jahren verdoppelt und ans Westniveau angeglichen.

Das sagte Jochen Mainz, Oberarzt an der Uni-Kinderklinik in Jena. Jedes dritte Kind reagiere in irgendeiner Weise allergisch etwa auf Blütenpollen, Katzenhaare oder Hausstaubmilben - Tendenz steigend. „Das betrifft allergische Reaktionen der Atemwege bis hin zu Asthma ebenso wie Neurodermitis und Heuschnupfen.“ Von Freitag (20. April) an beraten 200 Experten in Jena über dieses Thema.

Ursachen des Anstiegs von Allergien und Asthma seien Veränderungen im Lebensumfeld der Kinder. So sei die Belastung durch Tierhaare, Hausstaubmilben und Schimmelpilzen nach der Wiedervereinigung in den neuen Bundesländern gestiegen. Zudem haben die Kinder oftmals weniger Geschwister und kommen später in den Kindergarten, so dass sie seltener mit Infektionen konfrontiert sind. „Das Immunsystem erlernt die Abwehr gegen Infektionen nicht und reagiert auf unbedenkliche Stoffe mit Entzündungsreaktionen, die bis zu lebensbedrohlichen Asthmaanfällen oder zum allergischen Schock führen können“, erklärte Mainz.

Nach Angaben des Experten wandeln sich die Überreaktionen des Immunsystems mit dem Alter. „Die Neurodermitis und die Nahrungsmittelallergie des Säuglingsalters verlieren oft im Vorschulalter an Bedeutung“, sagte Mainz. Dagegen steige die Häufigkeit von Heuschnupfen und Asthma im Schulalter.

Mainz ist Vorsitzender der Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Pneumologie und Allergologie (Appa) in Jena. An drei Tagen werden sich die Experten mit neuen Entwicklungen zur Behandlung von Erkrankungen der Lunge, der Atemwege, Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis beschäftigen.

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