Gesundheit
Impfen gegen Krebs: Zulassung 2007 erwartet

Mit einer Impfung können sich junge Frauen in Deutschland voraussichtlich vom nächsten Jahr an vor Gebärmutterhalskrebs schützen. Der Tumor wird gewöhnlich von Viren ausgelöst, die beim Sex übertragen werden, und gehört weltweit zu den drei häufigsten Karzinomen bei Frauen.

dpa HEIDELBERG. Mit einer Impfung können sich junge Frauen in Deutschland voraussichtlich vom nächsten Jahr an vor Gebärmutterhalskrebs schützen. Der Tumor wird gewöhnlich von Viren ausgelöst, die beim Sex übertragen werden, und gehört weltweit zu den drei häufigsten Karzinomen bei Frauen.

Der Pharmakonzern Sanofi Pasteur will den Impfstoff Gardasil nach Angaben vom Mittwoch spätestens Anfang 2007 auf den Markt bringen. Die Substanz schützt nicht vor allen derartigen Viren, sondern nur vor rund 70 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs. Für ein zweites Vakzin gegen dieselben Krebs auflösenden Viren, Cervarix von Glaxosmithkline, wird die Zulassung in der ersten Hälfte des kommenden Jahres erwartet.

Nach Darstellung des Deutschen Krebsforschungszentrums (Dkfz) in Heidelberg handelt es sich um den weltweit ersten Impfstoff, der gezielt zur Vorbeugung einer Krebserkrankung entwickelt wurde. In den USA ist Gardasil bereits seit Ende Juni auf dem Markt. Das Krebsforschungszentrum und die US-Gesundheitsbehörde National Institutes of Health (NIH) sind gemeinsame Eigentümer der Patente für ein Gen, das als Grundlage für den Impfstoff dient.

Die vorbeugende Behandlung mit Gardasil besteht aus drei Injektionen, die über sechs Monate verabreicht werden. Nach Angaben von Sanofi wehrt das Mittel die beiden wichtigsten Krebs erregenden Typen 16 und 18 der sexuell übertragbaren Humanen Papillomaviren (HPV) fast 100-prozentig ab, außerdem die Typen sechs und 11, die Genitalwarzen verursachen. Gardasil ist in den USA für Mädchen und Frauen im Alter von neun bis 26 Jahren zugelassen.

Gebärmutterhalskrebs wird fast nur von Papillomaviren ausgelöst. Insgesamt gibt es mehrere Dutzend dieser Viren, die mehr oder weniger gefährlich sind. Da der Impfstoff nur in 70 Prozent der Fälle vor Gebärmutterhalskrebs schützt, sollte laut Dkfz nicht auf einen weiteren Schutz verzichtet werden.

Cervarix richtet sich nach Angaben von Glaxosmithkline ebenfalls gegen die HPV-Typen 16 und 18 sowie gegen die beiden weiteren Stämme 31 und 45. Das Unternehmen hat die Zulassung für Mädchen und Frauen ab zehn Jahren beantragt. Nach der Behandlung mit drei Injektionen hält der Impfschutz nach bisherigen Erkenntnissen mindestens vier Jahre vor, wie eine Sprecherin berichtete. „Er wirkt deutlich länger darüber hinaus, aber dazu liegen noch keine Daten vor.“ Gardasil schützt nach Sanofi-Angaben rund sechs Jahre vor dem Ausbruch von Gebärmutterhalskrebs, auch hier gibt es bisher keine Langzeitdaten.

Gerade in Ländern der Dritten Welt, in denen es kaum Programme zur Krebsfrüherkennung gebe, sei Gebärmutterhalskrebs ein großes Problem, teilte das Krebsforschungszentrum mit. In Deutschland erkranken auch nach der Einführung des gesetzlichen Früherkennungsprogramms in den 70er Jahren jährlich rund 6 500 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. 1 762 Frauen starben 2003 an der Erkrankung. Damit steht er hier auf der Liste der Krebs-Neuerkrankungen an der zehnten Stelle.

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