Gesundheit
Infektionskrankheiten in Deutschland wieder ansteigend

Einige Infektionskrankheiten breiten sich in Deutschland wieder aus. „Wir sehen eine Renaissance dieser Krankheiten“, sagte der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Reinhard Kurth, am Donnerstag in Berlin. Vor allem die Verbreitung von Masern sei Besorgnis erregend.

dpa BERLIN. Einige Infektionskrankheiten breiten sich in Deutschland wieder aus. „Wir sehen eine Renaissance dieser Krankheiten“, sagte der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Reinhard Kurth, am Donnerstag in Berlin. Vor allem die Verbreitung von Masern sei Besorgnis erregend.

So verdreifachte sich allein im vergangenen Jahr die Zahl der Masern-Erkrankungen im Vergleich zu 2005. Eine der Hauptursachen für die Verbreitung der Infektionskrankheiten ist laut RKI, dass immer weniger Eltern ihre Kinder impfen lassen. Außerdem werden Erreger durch reisende Menschen verstärkt über die Ländergrenzen hinweg transportiert und sind zusätzlich vermehrt gegen mehrere Antibiotika resistent.

Der diesjährige Weltgesundheitstag steht unter dem Motto „Gesund bleiben - sich vor Infektionskrankheiten schützen“.

„Der Infektionsschutz in Deutschland war schon mal deutlich besser“, sagte RKI-Präsident Kurth. „Nun stellt sich aber besonders bei jungen Eltern eine Impfmüdigkeit ein.“ Das liege daran, dass diese Eltern früher selbst geimpft gewesen und somit ohne Infektionskrankheiten wie Masern, Röteln oder Mumps aufgewachsen seien. „Impfschutz ist aber ein Menschenrecht - diese Eltern verletzen also die Menschenrechte ihrer Kinder“, sagte Kurth.

Mittlerweile sind nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums nur noch rund 95 Prozent aller Kinder geimpft - die Auffrischungsimpfungen bekommen nur noch 82 Prozent. Bei den Erwachsenen sind teilweise sogar weniger als 70 Prozent gegen Infektionskrankheiten wie Tetanus geimpft.

Außerdem steigt laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Bzga) die Anzahl derer, die sich mit sexuell übertragbaren Krankheiten infizieren. „Während ein Großteil der Bevölkerung über HIV und Aids Bescheid weiß, kennen nur etwa 52 Prozent Syphilis“, sagte Bzga-Präsidentin Elisabeth Pott. Chlamydien seien sogar noch weniger bekannt und weiter verbreitet, obwohl sie bei Frauen zu Unfruchtbarkeit führen könnten.

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