Gesundheit
Kaum Allergiegefahr durch Ambrosia-Pollen in Deutschland

Die in den USA als häufigste Heuschnupfenauslöser geltenden Ambrosia-Pollen stellen in Deutschland derzeit nach Expertenangaben noch keine erhöhte Allergiegefahr dar.

dpa BRAUNSCHWEIG. Die in den USA als häufigste Heuschnupfenauslöser geltenden Ambrosia-Pollen stellen in Deutschland derzeit nach Expertenangaben noch keine erhöhte Allergiegefahr dar.

Bislang gebe es keine gesicherten Daten, dass sich die Pollen des Beifußblättrigen Traubenkrauts (Ambrosia artemisiifolia) hier zu Lande verstärkt ausbreiteten, sagte der Vorstandschef der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst, Prof. Karl-Christian Bergmann, am Freitag der dpa.

Das Auftreten dieses Unkrauts sei seit mindestens 1 863 in Deutschland bekannt. Es trete punktuell in ganz Deutschland auf, meist aber nur in kleinen Beständen. Die Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) in Braunschweig befürchtet allerdings, dass Ambrosia in Deutschland künftig zum Problem wird. Wer die 30 bis 150 Zentimeter hohe Pflanze mit grüngelblichen, gedrungenen Blütenständen finde, sollte sie mit Handschuhen ausreißen. Menschen, die bereits unter einer Allergie litten, sollten dies jedoch nicht selbst tun.

Nach BBA-Angaben hat sich die stark allergene Pflanze in mehreren europäischen Ländern wie Frankreich, Italien und Ungarn in den vergangenen Jahren „massiv“ ausgebreitet. Die Allergierate sei in italienischen Verbreitungsgebieten nach Expertenangaben um 60 Prozent gestiegen. Aber auch bei der Bundesanstalt heißt es für Deutschland, dass „bisher kein umfassendes Datenmaterial zum Vorkommen der Pflanze existiert“.

Der Polleninformationsdienst (Bad Lippspringe) warnte vor einer nicht begründeten Verunsicherung der Allergiker in Deutschland. „Die Zahl erkrankter Personen ist bisher in Deutschland ohne Zweifel gering“. sagte Bergmann. Erst seit Herbst vergangenen Jahres würden europaweit Daten zur Sensibilisierung von Patienten durch diese Pollen erfasst, erste Ergebnisse lägen Ende 2006 vor, sagte Bergmann. „Ich prognostiziere schon jetzt, das sie für Deutschland sehr gering sein wird“, erläuterte der Allergologe und Lungenfacharzt an der Berliner Universitätsklinik Charité. In den USA hingegen habe etwa jeder zweite Heuschnupfenpatient die speziellen Ambrosia-Antikörper, die auf eine entsprechende Allergie hinwiesen. Dort ist die Pflanze auch als Ragweed bekannt.

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