Gesundheit
Medica eröffnet mit Innovationspreisen

Eine nahtfreie Methode zur Einpflanzung künstlicher Herzklappen und ein Ultraschall zur Brustkrebs-Erkennung gehören zu den innovativsten Erfindungen der Medizintechnik.

dpa DüSSELDORF. Eine nahtfreie Methode zur Einpflanzung künstlicher Herzklappen und ein Ultraschall zur Brustkrebs-Erkennung gehören zu den innovativsten Erfindungen der Medizintechnik.

Die Auszeichnung von insgesamt 13 Gewinnern des „Innovationswettbewerbes zur Förderung der Medizin“ stand am Dienstagabend zum Auftakt der weltgrößte Medizin-Fachmesse Medica in Düsseldorf auf dem Programm. Die Preise sind mit insgesamt mehr als zwölf Mill. Euro dotiert. Mit dem Preisgeld will das Bundesforschungsministerium Erfindungen den Weg von der Idee zum Produkt ebnen, wie Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) betonte. Zur Medica kommen bis zum kommenden Samstag 4 200 Aussteller aus 65 Ländern an den Rhein.

Preiswürdig sind nach Meinung der Jury auch Implantate zur Behandlung chronischer Harnweginfektionen und ein Verfahren zur automatischen Überwachung von Nerven während Operationen. Zu den Ausgezeichneten gehören auch Wissenschaftler der Universität Rostock, die eine Methode entwickelt haben, mit der sie intakte Knochensubstanz im Fettgewebe unter der Haut züchten können. Forscher der Berliner Charité wurden für kleine Fangarme prämiert, die Antikörper aus dem Blut von Menschen fangen. Erstmals gehe der seit 1999 verliehene Preis auch an Vorhaben, die bereits kurz vor der Marktfähigkeit stehen, teilte die Ministerin mit.

Zudem gab das Ministerium den Startschuss für zwei neue Zentren für Regenerative Medizin in Berlin und Leipzig. Beide würden in den kommenden vier Jahren jeweils mit rund 15 Mill. Euro gefördert, hieß es. Die Zentren sind Zusammenschlüsse zahlreicher Unternehmen, Kliniken und Forschungseinrichtungen in den Regionen. Forscher dort sind spezialisiert auf die Entwicklung neuer Behandlungen zur Wiederherstellung verletzter Organe oder Gewebe - etwa mit Hilfe von Stammzellen oder gezüchteten Materialien. Gutachter hätten den Standorten Berlin und Leipzig international wettbewerbsfähige Konzepte bescheinigt.

Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, kritisierte in einem vorab veröffentlichten Redetext erneut die geplante Gesundheitsreform. Acht von zehn Bürgern lehnten die Pläne der Regierungskoalition ab, weil sie spürten, „dass ihnen eine nie gekannte Rationierung der medizinischen Versorgung droht“. Die Reform sei geprägt „von zentralistischen Gedanken und Staatsgläubigkeit“. Zugleich äußerte Hoppe Bedenken an der geplanten elektronischen Gesundheitskarte: „Vielen Ärzten ist gar nicht wohl bei der Sache. Viele fürchten um die Vertraulichkeit der Arzt-Patient-Beziehung, und diese Befürchtung ist nicht aus der Luft gegriffen.“

Die Medica-Aussteller präsentieren in 18 Messehallen neue Produkte und Dienstleistungen für nahezu die gesamte Bandbreite der ambulanten und stationären Versorgung. Neben dem Medica Kongress als Weiterbildungsplattform für alle medizinischen Berufsgruppen widmet sich der 29. Deutsche Krankenhaustag den Auswirkungen der politischen Rahmenbedingungen auf die Arbeit des Klinikmanagements.

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