Gesundheit
Merkel eröffnet neue Grippeimpfstoff-Anlage

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat am Dienstag in Marburg die weltweit erste Produktionsanlage für Grippeimpfstoffe eröffnet, die ohne Hühnereier auskommt. Novartis Behring produziert den Grippeimpfstoff in Zellen, die aus der Niere eines Hundes gewonnen und dann vermehrt wurden.

dpa MARBURG. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat am Dienstag in Marburg die weltweit erste Produktionsanlage für Grippeimpfstoffe eröffnet, die ohne Hühnereier auskommt. Novartis Behring produziert den Grippeimpfstoff in Zellen, die aus der Niere eines Hundes gewonnen und dann vermehrt wurden.

Dafür hat die Firma für 60 Mill. Euro eine Produktionsanlage gebaut, in der 150 Mitarbeiter arbeiten sollen. Der Impfstoff mit dem Namen Optaflu soll im Herbst auf den Markt kommen.

„Das neue Verfahren versetzt uns in die Lage, sehr viel mehr, sehr viel sicherer und unabhängiger von äußeren Einflüssen eine Pandemie bekämpfen zu können“, sagte Merkel. Die Entwicklung eines neuartigen Impfstoffs koste im Durchschnitt 800 Mill. Euro und dauere rund zehn Jahre. Pharmafirmen müssten angesichts solcher Kosten die Möglichkeit haben, das Investierte wieder zu verdienen. In einem symbolischen Akt startete Merkel anschließend zusammen mit Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) und Novartis-Chef Daniel Vasella die Grippeimpfstoff-Produktionsanlage, die mit Zellkulturen arbeitet.

„Der neue Herstellungsprozess wird unserer Einschätzung nach wegweisend für die Grippeimpfstoff-Produktion sein“, sagte Jörg Reinhardt, Chef der Novartis-Impfstoffsparte. Optaflu sei „ein Meilenstein in der Impfstoffentwicklung“. Der Geschäftsführer von Novartis Behring, Markus Leyck Dieken, betonte die Vorteile des neuen Verfahrens: „In Zukunft können wir bei außerplanmäßigem Bedarf schneller und flexibler Grippeimpfstoff bereitstellen.“ Dadurch, dass die Produktion ohne Eier auskomme, könnten sich nun auch Menschen gegen Grippe impfen lassen, die gegen Hühnereiweiß allergisch sind. Bei Zellkulturen müssten zudem keine Antibiotika eingesetzt werden.

„Für das Land Hessen ist das ein großer Schritt - eine Weltinnovation made in Marburg“, sagte Wirtschaftsminister Alois Rhiel (CDU). Marburg habe nicht zuletzt dank Emil von Behring eine lange medizinische Tradition, ergänzte Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU). „Forschung und gute Ideen haben hier eine Heimat.“

Novartis Behring ist die deutsche Impfstoffsparte von Novartis Vaccines and Diagnostics. Die Firma produziert mit über 1 000 Mitarbeitern rund 20 verschiedene Impfstoffe zum Beispiel gegen Wundstarrkrampf, Diphtherie, Tollwut, Meningokokken oder Grippe. Impfstoffe aus Marburg werden in 50 Ländern verkauft. Wenn die Zellkultur-Anlage 2009 komplett läuft, will das Unternehmen jährlich bis zu 40 Mill. Dosen Grippe-Impfstoff produzieren.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%