Gesundheit: Ministerium lehnt vorbeugende Impfung gegen Vogelgrippe ab

Gesundheit
Ministerium lehnt vorbeugende Impfung gegen Vogelgrippe ab

Das Bundesagrarministerium lehnt die Forderung der Grünen nach dem vorbeugenden Impfen von Geflügel gegen die Vogelgrippe ab. „Das kann man nicht verantworten“, sagte Agrarstaatssekretär Gert Lindemann am Mittwoch der dpa in Berlin.

dpa BERLIN. Das Bundesagrarministerium lehnt die Forderung der Grünen nach dem vorbeugenden Impfen von Geflügel gegen die Vogelgrippe ab. „Das kann man nicht verantworten“, sagte Agrarstaatssekretär Gert Lindemann am Mittwoch der dpa in Berlin.

Er warnte vor der Gefahr einer Sperrung von Exporten. „Man braucht Zeit, die Handelsfolgen mit dem Internationalen Tierseuchenamt abzustimmen.“ Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn fordert nach dem Ausbruch der Vogelgrippe in Großbritannien und Ungarn mehr Vorsorge durch Impfung. Die Angst vor einem neuen Vogelgrippe-Fall bei einem Menschen in Großbritannien hat sich unterdessen als unbegründet herausgestellt.

Höhn warf Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU) in der Frage einer Impfung gegen das auch für Menschen gefährliche Virus H5n1 Untätigkeit vor. „Dabei könnte eine andere Impf-Politik auch das Problem der dauerhaften Einstallung lösen, unter der Freilandbetriebe und Geflügelzüchter erheblich leiden“, sagte sie der dpa. Das Agrarministerium wies den Vorwurf zurück. Das Friedrich-Loeffler- Institut für Tiergesundheit auf der Insel Riems habe im vergangenen Jahr einen Impfstoff als Prototyp entwickelt, mit dem geimpfte von infizierten Tieren unterschieden werden sollen. „Wir erproben die Impfung an drei Beständen in Nordrhein-Westfalen“, sagte Lindemann.

Die britischen Behörden gaben am Mittwoch Entwarnung nach der Untersuchung eines erkrankten Tierarztes, der auf einer von der Vogelgrippe befallenen Geflügelfarm im Einsatz war. Bei dem Mann seien keine Spuren des H5n1-Virus entdeckt worden. Wegen des Ausbruchs der Vogelgrippe mussten auf der Farm im Südosten Englands rund 160 000 Truthähne getötet werden. Vermutet wird, dass der Virus durch einen Wildvogel in den Mastbetrieb eingeschleppt wurde.

Die Vereinten Nationen (UN) zeigen sich zuversichtlich, dass die Behörden in Großbritannien den jüngsten Vogelgrippe-Ausbruch in den Griff bekommen werden. Das Land werde „angemessene Antworten“ für das Problem finden, teilte die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) in Rom mit. Sie forderte die internationale Gemeinschaft dazu auf, andere von der Vogelgrippe betroffene Länder - besonders Indonesien, Ägypten und Nigeria - stärker zu unterstützen.

Bei dem langsam einsetzenden Vogelzug nach Deutschland nimmt nach Ansicht der Vogelwarte Radolfzell unterdessen nur ein geringer Teil der Tiere den Weg über aktuelle Vogelgrippe-Risikogebiete. „Die große Masse der Zugvögel überwintert auf der Iberischen Halbinsel“, sagte der Leiter der Vogelwarte Radolfzell bei Konstanz, Wolfgang Fiedler, der dpa. „Ein deutlich kleinerer Teil bewegt sich auf der Ostroute über die Türkei und den Balkan.“

Am 8. Februar 2006 hatten Spaziergänger am Ufer der Wittower Fähre auf der Insel Rügen zwei tote Schwäne entdeckt. Knapp eine Woche später stand fest, dass die Vogelgrippe Deutschland erreicht hatte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%