Gesundheit
Möglicherweis vollständige Gesichtstransplantation in England

Die erste vollständige Transplantation eines Gesichtes erfolgt möglicherweise in London. Das berichteten britische Zeitungen am Montag.

dpa LONDON. Die erste vollständige Transplantation eines Gesichtes erfolgt möglicherweise in London. Das berichteten britische Zeitungen am Montag.

Der Chirurg Peter Butler vom Royal Free Hospital im Nordlondoner Stadtteil Hampstead habe so eine revolutionäre Operation nunmehr 14 Jahre lang vorbereitet und dabei auch mit 30 potenziellen Patienten gesprochen.

Kliniksprecher Neil Hubands kündigte eine Entscheidung des Ethik- Rates des Hospitals für den kommenden Mittwoch an. Dabei werde es allerdings zunächst allein darum gehen, ob es grundsätzliche ethische Einwände dagegen gebe, dass ein Mensch ein vollständig neues Gesicht bekommt.

„Es wird in diesem Land noch für eine beachtliche Weile keine praktische Möglichkeit einer Gesichtstransplantation geben“, sagte Hubands. „Bis dahin muss noch enorm viel Arbeit geleistet werden. Und es ist nicht so, dass bereits Patienten auf ihre Operation warten würden.“

Vor drei Jahren hatten der britische Chirurgen-Verband Bedenken gegen Gesichtstransplantationen geäußert. Es seien zunächst weitere Forschungen zu den möglichen psychologischen Auswirkungen auf die Patienten sowie auf die Angehörigen erforderlich, hieß es in einem Gutachten.

Nach Angaben von Professor Butler würde allein die Auswahl eines geeigneten Patienten ungefähr ein Jahr dauern. Zu den potenziellen Anwärtern gehört der Veteran des Falkland-Kriegs Simon Weston, der 1982 bei Kämpfen schwerste Verbrennungen im Gesicht erlitten hatte. Weston will Professor Butler am Mittwoch zu der Anhörung des Ethik- Rates begleiten und dort erklären, warum er glaubt, dass Gesichtstransplantationen generell erlaubt werden sollten.

Im vergangenen November hatte die Französin Isabelle Dinoire teilweise eine neues Gesicht erhalten. Bei der Operation, die von der Weltpresse mit großer Aufmerksamkeit verfolgt worden war, transplantierte ein Ärzteteam unter Leitung von Professor Jean-Michel Dubernard in der Stadt Amiens Elemente einer Gesichtshälfte mit Teilen von Lippen, einer Nase und eines Kinns. Das Gesicht der 38- Jährigen war von einem Hund zerfetzt worden. Die Organteile für die Transplantation waren einem gehirntoten Menschen entnommen worden. Ein Chinese hatte im April 2006 eine neue Backe, eine Oberlippe, eine Nase und eine Augenbraue bekommen.

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