Gesundheit
Neue Strategien für die Spitzenforschung

Schwere Krankheiten sollen künftig noch besser erforscht und mit neuen Therapien bekämpft werden. Dafür hat eine Expertengruppe im Auftrag des Bundesforschungsministeriums ein umfassendes Strategie-Papier („Roadmap Gesundheitsforschung“) ausgearbeitet.

dpa BERLIN. Schwere Krankheiten sollen künftig noch besser erforscht und mit neuen Therapien bekämpft werden. Dafür hat eine Expertengruppe im Auftrag des Bundesforschungsministeriums ein umfassendes Strategie-Papier („Roadmap Gesundheitsforschung“) ausgearbeitet.

„Wir haben die aussichtsreichsten Zukunftsfelder definiert, die auf internationales Spitzenniveau gebracht werden sollen“, sagte am Mittwoch Professor Guido Adler von der Uni Ulm.

Großes Forschungspotenzial gebe es bei Muskel- und Skelett-Krankheiten, Stoffwechselproblemen, Infektionen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lungen- und Nierenerkrankungen, chronischen Entzündungen oder Krebs. Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) sagte bei der Vorstellung des Strategie-Papiers in Berlin, die beteiligten Wissenschaftler hätten eine Herkules-Arbeit geleistet. Rund 900 Experten hatten in einer Online-Befragung Themen vorgeschlagen.

„Wir möchten erreichen, dass alle beteiligten Akteure - Bund, Länder, Hochschulen, Universitätskliniken, Forschungseinrichtungen, Stiftungen und die Industrie - ihre Kräfte in Zukunft noch besser bündeln“, sagte Schavan. Ihr Haus stelle zwischen 2007 und 2010 insgesamt 630 Mill. Euro für die Gesundheitsforschung bereit.

Vorbild der 123-Seiten-Studie ist der Bericht des amerikanischen National Institutes of Health, der als wichtige Orientierung für die medizinische Forschung in den USA gilt. Schavan sagte, sie werde mit den Bundesländern beraten, um klinische Forschungsprojekte besser zu koordinieren.

Sie nehme die Kritik von Verbänden ernst, die vor einer Abwanderung der besten Forscher ins Ausland warnen, sagte Schavan. Über Öffnungsklauseln im Besoldungsrecht könnten attraktivere Gehälter geboten werden. Die hausgemachten Gründe für den Fachkräftemangel auch in der Forschung müssten angegangen werden.

Nach Ansicht der Forschungsexpertin der Linken, Petra Sitte, sollten Vorbeugung und Patientenversorgung in den Forschungsfokus rücken. Zu befürchten sei aber eine Konzentration auf Fortschritte bei Medizintechnik und Medikamenten.

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