Gesundheit
Neues Kunstherz bessert Überlebenschancen

Ein neues Kunstherz bietet Patienten, die auf eine Transplantation warten, verbesserte Überlebenschancen. Das System „Heartmate II“ sei im Vergleich zu früheren Kunstherzen langlebiger.

dpa HANNOVER. Ein neues Kunstherz bietet Patienten, die auf eine Transplantation warten, verbesserte Überlebenschancen. Das System „Heartmate II“ sei im Vergleich zu früheren Kunstherzen langlebiger.

„Es gibt keine Anzeichen, dass das Gerät nach zwei bis drei Jahren die Funktion aufgibt“, sagte Martin Strüber von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) am Montag bei der Vorstellung des Gerätes. Nach einer zweijährigen Studienphase ist das Kunstherz jetzt europaweit zugelassen worden. Die MHH hatte sich als einziges europäisches Herzzentrum mit 19 Patienten an der Studie beteiligt.

Der Einsatz künstlicher Systeme sei notwendig, weil es nicht genug Spenderherzen für eine Transplantation gebe. In diesem Jahr stünden mehr als 700 herzkranke Patienten auf der Warteliste, berichtete Strüber. Es könnten aber mangels Spenderorganen nur 400 Herzen verpflanzt werden. „Herztransplantationen gibt es nur noch für Patienten, die hochdringlich auf der Intensivstation liegen“, sagte Strüber. „Deswegen brauchen wir eine zweite Möglichkeit, einen Rettungsfallschirm.“ Auch für Menschen, die an einer Herzmuskelentzündung leiden oder für Patienten, die für eine Transplantation nicht geeignet sind, komme „Heartmate II“ in Frage.

Das System wird an der linken Herzkammer angesetzt. Ein kleiner Motor pumpt Blut in die Aorta. Die Steuerungselektronik sowie zwei Batterien zur Stromversorgung tragen die Patienten in einem Halfter außerhalb das Körpers. Da das Blut - im Gegensatz zu pulsartig pumpenden Kunstherzen - kontinuierlich fließt, gibt es nach Strübers Angaben einen geringeren Verschleiß des etwa 60 000 Euro teueren Gerätes, das von einer amerikanischen Firma entwickelt wurde.

Wie lange „Heartmate II“ tatsächlich hält, sei aber noch nicht geklärt. „Man schätzt etwa fünf Jahre“, sagte Strüber. Denkbar sei eine noch längere Funktionsfähigkeit. Der Mediziner betonte aber auch: „Das Gerät ist nicht so gut wie eine Herztransplantation.“ Von den Patienten, die ein Spenderherz bekommen haben, lebten 60 Prozent nach zehn Jahren noch. Strüber: „Diese Zahlen kann man mit dem Gerät nicht erreichen.“

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