Gesundheit
Robert Koch-Institut: Hantavirus-Fälle in Deutschland nehmen zu

Die Zahl der Hantavirus-Erkrankungen bei Menschen ist nach Erhebungen des Robert Koch-Instituts (RKI) im vergangenen Jahr deutlich gestiegen.

dpa BERLIN. Die Zahl der Hantavirus-Erkrankungen bei Menschen ist nach Erhebungen des Robert Koch-Instituts (RKI) im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. 2005 sei die Zahl mit bundesweit 448 gemeldeten Fällen mehr als doppelt so hoch gewesen wie im Schnitt der vier Vorjahre, berichtet das RKI in seinem aktuellen „Epidemiologischen Bulletin“ (Nr. 40, S. 341).

Der Grund für die gestiegene Zahl der vor allem von Mäusen übertragenen Infektion ist laut RKI in erster Linie ein natürlicher: Alle zwei bis vier Jahre kommt es in Europa zu einem zyklischen Anstieg der Nagetierdichte - die Mäuse sind dann auch häufiger infiziert. 2005 gab es einen solchen „Mäuseboom“, weil es im Vorjahr ein Nahrungsüberangebot für die Nager gegeben hatte. Künftig sollten Gesundheitsämter diese Entwicklung aufmerksam verfolgen und gezielt die Ärzte der Region darüber informieren, fordert das RKI.

Der in Deutschland verbreitete Hanta-Untertypus wird vor allem von Rötelmäusen - via Speichel, Urin und Kot - übertragen. Menschen infizieren sich durch das Einatmen von erregerhaltigem Staub, seltener auch durch Nagetierbisse. Die Infektion verläuft je nach Erregertyp unterschiedlich schwer: Bei der in Deutschland verbreiteten Variante löst sie meist eine leichtere Form der Erkrankung aus, die dennoch oft zu einem Krankenhausaufenthalt und in rund einem Fünftel der Fälle zu inneren Blutungen führt.

Die Sterberate bei diesem Typ liegt bei unter einem Prozent. Wegen des zunächst unspezifischen Krankheitsbildes mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen geht das RKI jedoch davon aus, dass die tatsächliche Fallzahl deutlich höher ist als die gemeldete.

Während Hanta-Erkrankungen lange Zeit vor allem in der Eifel, auf der Schwäbischen Alb und in Unterfranken vorkamen, traten sie 2005 erstmals auch verstärkt in Großstädten auf, vor allem in Nordrhein- Westfalen. Zumeist waren Männer mittleren Alters betroffen.

Nach dem Hochschnellen der Erkrankungszahlen im Vorjahr untersuchte das RKI in einer gesonderten Studie die Risikofaktoren: Danach waren vor allem Beschäftigte im Bauwesen besonders gefährdet sowie Menschen, die Mäuse in ihrer näheren Umgebung bemerkt hatten oder die weniger als 100 Meter vom Waldrand oder Stadwald entfernt wohnten.

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