Gesundheit
UV-Strahlung bei Bewölkung zuweilen stärker

Spaziergänger müssen bei bestimmten Wolkenformationen mit ebenso viel schädlicher UV-Strahlung rechnen wie bei klarem Sonnenschein. Bei aufgelockerter Bewölkung könne die Belastung minutenlang sogar noch stärker sein, sagte der Kieler Klimaforscher Mojib Latif.

dpa KIEL. Spaziergänger müssen bei bestimmten Wolkenformationen mit ebenso viel schädlicher UV-Strahlung rechnen wie bei klarem Sonnenschein. Bei aufgelockerter Bewölkung könne die Belastung minutenlang sogar noch stärker sein, sagte der Kieler Klimaforscher Mojib Latif.

Das passiere, wenn die Sonne durch die Wolken breche. „Die Wolken, die Sie bei einem völlig zugezogenen Himmel vor Strahlen schützen würden, reflektieren diese Strahlen dann.“ Dadurch nehme die Intensität zu. „Dazu kommt die Sonne, die durchbricht.“

Latif bestätigte Angaben von „Spiegel Online“. Demnach hatte das Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften 2005 auf Sylt bei Bewölkung 1 400 Watt pro Quadratmeter gemessen. Die Messung wertete 95 Prozent des Strahlenspektrums aus. Die 1 400 Watt seien der höchste weltweit je gemessene Wert unter einem Wolkenhimmel, bestätigte Latif. Bei Sonnenschein seien an einem gewöhnlichen Sommertag auf der Insel 900 Watt normal.

Verantwortlich für den Sonnenbrand auf der Haut sind UVB-Strahlen, erläuterte in Kiel der Klimaphysiologe Prof. Carsten Stick. Es gehe hier aber weniger um eine konstante Strahlung, da sich die Wolkenbilder ständig änderten. „In zwei Minuten bekommt man keinen Sonnenbrand.“ Wenn sich dichtere Wolken vorschöben, werde die Strahlung auch wieder weitgehend abgehalten.

Die größere Gefahr besteht laut Stick darin, unsichtbare Risiken zu unterschätzen und sich lange Zeit ungeschützt im Freien zu bewegen. „Der Mensch steht unter bedecktem Himmel und sagt: „Da ist doch nichts.' Und dabei verbrennt er.“ Dies sei vergleichbar mit Urlaubern, die am Strand einschlafen und vom Wind über die heiße Sonne getäuscht werden. Selbst bei einem zu drei Viertel zugezogenen Himmel sei immer noch Vorsicht geboten. Damit hätten die Forscher zunächst nicht gerechnet, so der Klimaphysiologe.

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