Gesundheit
Weltweit erster Impfstoff gegen Gebärmutterhalskrebs

In den USA können sich junge Frauen weltweit erstmals durch Impfung vor Gebärmutterhalskrebs schützen. Der Tumor wird meist von Viren ausgelöst, die beim Sex übertragen werden, und ist nach Brustkrebs weltweit das zweithäufigste Karzinom bei Frauen.

dpa ROCKVILLE/LEIMEN. In den USA können sich junge Frauen weltweit erstmals durch Impfung vor Gebärmutterhalskrebs schützen. Der Tumor wird meist von Viren ausgelöst, die beim Sex übertragen werden, und ist nach Brustkrebs weltweit das zweithäufigste Karzinom bei Frauen.

Der Impfstoff Gardasil des US-Pharmaunternehmens Merck & Co soll nach der offiziellen Zulassung durch die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA am Donnerstagabend (Ortszeit) in wenigen Wochen im Handel sein. Er ist für Mädchen und Frauen zwischen neun und 26 Jahren bestimmt. Ein zweites Vakzin gegen dieselben Krebs auslösenden Viren, Cervarix von Glaxosmithkline, wird Ende 2006 erwartet. Für beide Impfstoffe ist auch die EU-Zulassung beantragt.

Die vorbeugende Behandlung mit Gardasil besteht aus drei Injektionen, die über sechs Monaten verabreicht werden, und kostet etwa 360 Dollar (284 Euro). Der Impfstoff war bei sechsmonatigen klinischen Tests an 21 000 Frauen weltweit erprobt worden. Demnach wehrt das Mittel die entscheidenden Typen der sexuell übertragenen Humanen Papillomaviren (HPV) fast 100-prozentig ab. Diese Viren können Warzen im Genitalbereich verursachen und im schlimmsten Fall zu Krebs führen. Gardasil ist gegen vier Typen des Erregers wirksam.

Nach bisheriger Erkenntnis sind HPV-Infektionen für zumindest 70 Prozent der Krebserkrankungen am Gebärmutterhals verantwortlich. Die meisten der jährlich mehr als 470 000 Fälle treten in Entwicklungsländern auf, wo die medizinische Versorgung in diesem Bereich schlechter ist als in Industrieländern. In Deutschland werden laut Arbeitsgemeinschaft Bevölkerungsbezogener Krebsregister etwa 6 200 neue Fälle von Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) im Jahr diagnostiziert. Vorstufen und Frühformen des Krebses werden überwiegend bei 20- bis 40-Jährigen festgestellt.

Auch Männer können sich mit Papillomviren infizieren und diese dann auf ihre Partnerinnen übertragen. Das heißt, dass auch das Impfen von Männern der Verbreitung der Erreger Einhalt gebieten könnte. Allerdings wird es nach Meinung von Gesundheitsexperten schwer sein, junge Männer davon zu überzeugen, sich gegen Gebärmutterhalskrebs impfen zu lassen.

US-Medienangaben zufolge gibt es nur ein weiteres vorbeugend wirksames Vakzin gegen bösartige Tumore: Einen auch in Deutschland verordneten Hepatitis-B-Impfstoff zur Vorbeugung von Leberkrebs. In der präklinischen Entwicklung sind Impfstoffe gegen Leberkrebs durch das Hepatitis-C-Virus und Magenkrebs durch das Bakterium Helicobacter pylori.

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