Gesundheit
WHO empfiehlt Beschneidung von Männern im Kampf gegen Aids

Im Kampf gegen die Immunschwäche Aids empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Beschneidung von Männern.

dpa GENF. Im Kampf gegen die Immunschwäche Aids empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Beschneidung von Männern.

Die Entfernung der Vorhaut könne das heterosexuelle Ansteckungsrisiko für Männer mehreren Studien zufolge um bis zu 60 Prozent senken, begründeten die WHO und das Aidsprogramm der Vereinten Nationen (Unaids) am Mittwoch in Genf die Empfehlung. Gleichzeitig müssten Männer aber sorgfältig darüber aufgeklärt werden, dass die Beschneidung das Infektionsrisiko lediglich senke, eine Ansteckung aber nicht generell verhindere. Warum die Entfernung der Vorhaut das Ansteckungsrisiko senkt, ist nicht endgültig geklärt.

„Die Empfehlungen bedeuten einen wichtigen Schritt nach vorn in der HIV-Vorbeugung“, betonte der WHO-Direktor für HIV/Aids, Kevin De Cock. Ländern mit einer hohen heterosexuellen Übertragungsrate und einem geringen Anteil beschnittener Männer stehe nun eine zusätzliche Maßnahme zur Verfügung, die das HIV-Infektionsrisiko bei heterosexuellen Männern senken könne. Es werde allerdings Jahre dauern, bis sich eine derartige Strategie auch in den Aidsepidemiezahlen niederschlage. Weltweit sind nach WHO-Schätzungen etwa 665 Millionen Männer beschnitten, das sind rund 30 Prozent aller erwachsenen Männer.

Drei bedeutende Studien in Südafrika, Kenia und Uganda haben gezeigt, dass die Entfernung der Vorhaut das Ansteckungsrisiko bei heterosexuellem Verkehr für Männer um bis zu 60 Prozent senkt. Diese Ergebnisse werden von zahlreichen Beobachtungen gestützt, die eine Verbindung zwischen der HIV-Infektionsrate und dem Anteil beschnittener Männer in einer Weltregion nahe gelegt haben.

Über die Ursache des reduzierten Infektionsrisikos gibt es verschiedene Vermutungen. So ist es möglich, dass die Zellen an der Oberfläche der Eichel ohne Vorhaut verdicken und so einen besseren Schutz gegen das Eindringen der Viren bieten. Eine andere Erklärung: Der Penis trocknet nach dem Geschlechtsverkehr ohne Vorhaut schneller - das Virus wird deaktiviert. Vielleicht spielt auch die Reduktion der Hautoberfläche eine Rolle, denn in ihr finden sich zahlreiche Immunzellen, die Viren aufnehmen und sie zu den Lymphknoten bringen.

Die weltweite Aidsepidemie hatte 2006 mit 39,5 Mill. Infizierten einen neuen Höchststand erreicht. 4,3 Millionen Menschen steckten sich nach Unaids-Angaben neu an. 2,9 Millionen Menschen starben an den Folgen der Immunschwäche.

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