Gesundheit
Zahl der Syphilis-Fälle in Deutschland erstmals nicht mehr gestiegen

Die Zahl der gemeldeten Syphilis-Fälle in Deutschland ist im vergangenen Jahr erstmals seit Einführung der Meldepflicht 2001 nicht weiter gestiegen. Das Berliner Robert Koch-Institut (RKI) registrierte 3 210 Fälle der Geschlechtskrankheit für das Jahr 2005.

dpa BERLIN. Die Zahl der gemeldeten Syphilis-Fälle in Deutschland ist im vergangenen Jahr erstmals seit Einführung der Meldepflicht 2001 nicht weiter gestiegen. Das Berliner Robert Koch-Institut (RKI) registrierte 3 210 Fälle der Geschlechtskrankheit für das Jahr 2005.

Das berichtet das Institut in der aktuellen Ausgabe seines „Epidemiologischen Bulletins“ (Nr. 28/2006, S. 215). Das entspricht in etwa dem Niveau des Vorjahrs (3 345 Fälle). In den Jahren davor waren die Fallzahlen kontinuierlich gestiegen.

Der Trend sei in den verschiedenen Bundesländern uneinheitlich, berichtet das RKI. Im Vergleich zu 2004 sei hauptsächlich in Regionen außerhalb der Großstädte eine Zunahme der Meldungen zu verzeichnen, insbesondere in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig- Holstein und Brandenburg. In anderen Bundesländern sei die Zahl der Meldungen teils stark rückläufig. Die höchsten Syphilis-Raten haben aber nach wie vor die Stadtstaaten Berlin und Hamburg mit 165 beziehungsweise 94 Fällen pro einer Million Einwohner. Bundesweit lag diese Inzidenz 2005 bei 39 Fällen pro einer Million Einwohner.

Während sich bei Männern mit gleichgeschlechtlichen Sexkontakten eine Stabilisierung auf hohem Niveau abzeichne, gebe es mit einem umfangreicheren Ausbruch bei Heterosexuellen in Aachen einen ersten deutlichen Hinweis auf eine steigende Ausbreitung über heterosexuelle Kontakte, warnte das RKI. Im Raum Aachen hatte das Institut im vergangenen Jahr den bundesweit größten Syphilisausbruch unter Heterosexuellen seit 20 Jahren registriert. Besonders stark betroffen waren dabei den Angaben zufolge drogenabhängige Prostituierte.

Syphilis (Lues) ist eine weltweit verbreitete, chronisch verlaufende Geschlechtserkrankung. Auslöser ist ein Bakterium, (Treponema pallidum), das in der Regel durch Geschlechtsverkehr übertragen wird. Syphilis ist durch Penizillin heilbar. Eine Neuinfektion ist aber auch nach einer Behandlung möglich.

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