Gesundheit
Zunehmender Raubbau an der Natur macht Menschen krank

Der zunehmende Raubbau an der Natur macht nach Warnung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) immer mehr Menschen krank. Bereits 60 Prozent der Naturschätze wie etwa frisches Wasser und saubere Luft würden heute zerstörerisch und nicht nachhaltig genutzt.

dpa GENF/BANGKOK. Der zunehmende Raubbau an der Natur macht nach Warnung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) immer mehr Menschen krank. Bereits 60 Prozent der Naturschätze wie etwa frisches Wasser und saubere Luft würden heute zerstörerisch und nicht nachhaltig genutzt.

Zu diesem Eergebnis kommt eine an diesem Freitag (Ortszeit) in Bangkok vorgestellten WHO-Studie. Wissenschaftler warnen in der Erhebung „Ökosysteme und menschliches Wohlbefinden“ (Ecosystems and Human Wellbeing) davor, dass eine weitere Verschlechterung des Ökosystems gravierende Folgen auf die menschliche Gesundheit in den kommenden 50 Jahren haben kann.

Der Verlust von Fischgründen und Ackerland sei ein wichtiger Faktor für die Mangelernährung von heute weltweit 800 Millionen Menschen, betont die WHO. Mehr als eine Milliarde Menschen hätten keinen Zugang zu sauberem Wasser, damit zusammenhängende Infektionskrankheiten kosteten jährlich über drei Mill. Leben. Der überwiegende Teil der Menschheit nutze zudem feste Brennstoffe wie Holz zum Heizen und Kochen. Dies trage nicht nur zur weltweiten Abholzung der Wälder bei, sondern führe wegen des gesundheitsschädlichen Rauchs auch zu zahlreichen Atemwegerkrankungen und anderen Leiden.

„In den vergangenen 50 Jahren haben die Menschen das natürliche Ökosystem schneller und grundlegender verändert als in jeder anderen vergleichbaren Zeit in der Geschichte der Menschheit“, betonte WHO-Generaldirektor Jong Wook Lee. Dies habe zwar auch zu gewissen Verbesserungen der Lebensumstände für manche Menschen geführt, etwa bei der Gesundheit oder der Wirtschaft. „Aber nicht alle Regionen und Gruppierungen der Menschen haben von diesem Prozess gleichermaßen profitiert.“

Es seien wiederum vor allem die Armen, die unter der negativen Beeinflussung der Ökosysteme zu leiden hätten, heißt es in dem Bericht. Wenn intensive Tierhaltung etwa zu einer Besserung der Ernährungslage bestimmter Menschen führe, bereite sie dennoch auch den Boden für neue Krankheiten. Und durch die Klimaveränderung breiteten sich Krankheiten übertragende Insekten wie bestimmte Mücken und Zecken in manchen Region aus, während sie andernorts verschwänden.

Die Länder Schwarzafrikas, Zentralasiens und Teile Lateinamerikas sowie Süd- und Südostasiens seien besonders von den Eingriffen in die Ökosysteme betroffen, heißt es in der Analyse. Sie ist Teil einer umfassenden Gesundheitsstudie, an der mehr als 1 300 Wissenschaftler mitgearbeitet haben.

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