Gewächshäuser im All Gemüse züchten auf dem Mars

Salat und Tomaten fürs Weltall: Bremer Ingenieure wollen die Nahrung von Astronauten revolutionieren. Sie entwickeln Gewächshäuser, die auf der Raumstation ISS oder auf dem Mars frisches Gemüse und Obst liefern sollen.
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Daniel Schubert, Ingenieur am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bremen, misst die Intensität des pinkfarbenen Lichtes in einem der Zuchtschränke für den künftigen "Marssalat". Quelle: dpa

Daniel Schubert, Ingenieur am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bremen, misst die Intensität des pinkfarbenen Lichtes in einem der Zuchtschränke für den künftigen "Marssalat".

(Foto: dpa)

BremenDaniel Schubert ist eigentlich kein passionierter Gärtner. Dem Bremer Ingenieur vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) liegen eher technische Tüfteleien. Dennoch züchtet Schubert zusammen mit Kollegen zurzeit Salat. Allerdings nicht auf herkömmliche Weise, sondern im sterilen Labor.

Unter pinkfarbenem Licht wachsen in einem Zeltschrank Dutzende kleine Salatköpfe auf mehreren Ebenen übereinander. Ziel der Forschung ist die Entwicklung ressourcenschonender Gewächshäuser für das All.

„Jedes Kilo, das von der Erde in den Orbit gebracht wird, kostet bis zu 20.000 Euro“, erklärt Schubert. „Wird das Kilo auf den Mars transportiert, sind wir schon fast im Millionenbereich.“

Die „Marsonauten“ sind wieder auf der Erde
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Nach 520 Tagen in einem nachgebauten Raumschiff sind die sechs Teilnehmer eines simulierten Fluges zum Mars wieder in Freiheit.

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Gegen 11.00 Uhr MEZ am Freitag öffneten Mitarbeiter des Instituts für Biomedizinische Probleme (IMBP) in Moskau eine versiegelte Luke, um das Experiment Mars500 planmäßig zu beenden.

«Landung» in Moskau: Raumflug-Projekt Mars500 zu Ende
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Die drei Russen, ein Franzose, ein Italiener sowie ein Chinese hatten 17 Monate lang abgeschottet von der Außenwelt in einem röhrenförmigen Forschungsmodul ausharren müssen.

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Die Teilnehmer simulierten einen mehr als 50 Millionen Kilometer weiten Flug zum Mars und zurück, inklusive eines virtuellen Spaziergangs auf dem Roten Planeten.

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Wissenschaftler aus Russland und Deutschland sowie Familienangehörige nahmen die sechs blass wirkenden Männer nach dem Ausstieg in Empfang.

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 Die „Marsonauten“ strahlten vor Glück über das ganze Gesicht. Wegen einer möglichen Ansteckungsgefahr präsentierten sich die Männer der Öffentlichkeit allerdings nur kurz.

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Sie wollen am 8. November während einer internationalen Pressekonferenz in der russischen Hauptstadt ausführlicher von ihren Erfahrungen berichten.

Für eine mögliche Mars-Mission, die zwei bis drei Jahre dauert, würden für die sechs Astronauten mehrere Tonnen an Spezialnahrung benötigt. Gewicht gespart werden könnte, wenn vorzugsweise Samen mitgenommen würden. „Die Astronauten könnten damit frische Nahrung produzieren“, sagt Schubert.

Ein weiterer Vorteil des Gärtnerns: Die Pflanzen produzieren Sauerstoff. Und sie geben viel Wasser ab, woraus Trinkwasser gewonnen werden könnte. Ganz wichtig sei auch die psychologische Wirkung. „Wer drei Jahre in einer Blechdose verbringt, mit künstlichem Licht, vielen Kabeln und einem hohen Geräuschpegel, der möchte wenigstens etwas Grünes um sich haben“, sagt Schubert.

Das wurde auch auf der Internationalen Raumstation (ISS) beobachtet: „Die Astronauten gehen in ihrer Freizeit gerne zu den Experimenten mit Pflanzen und tätscheln sie.“ Gutes, frisches Essen hebt zudem die Laune.

„Eden“ nennt sich das vom DLR federführend geleitete Projekt. Der Name ist Programm. „Wir schaffen den ersten Garten auf einem fremden Planeten“, sagt Ingenieur Schubert. Noch steckt die Forschung in den Kinderschuhen. Der erste bereits geerntete Salat schmeckte auch nicht besonders gut.

Dennoch haben sich die Forscher ein erstes Ziel gesteckt. 2016/17 soll ein Gewächshaus neun Monate lang in einer unwirtlichen Umgebung auf Erden getestet werden – an der Neumayer-Station III des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) in der Antarktis.

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