Globale Klimakatastrophe
Als die Welt zum Schneeball wurde

Vor 700 Millionen Jahren wurde die Erde von ihrer schlimmsten Klimakatastrophe heimgesucht: Ein Eispanzer überzog für Äonen die gesamte Erdoberfläche. Jetzt präsentieren Forscher eine Erklärung für den „Schneeball Erde“.
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HeidelbergUm ein Haar wäre das irdische Leben nie über das Stadium der Bakterienmatten hinausgekommen. Vor etwa 700 Millionen Jahren suchte eine kaum vorstellbare Klimakatastrophe den Planeten heim: ein Eispanzer, der praktisch die gesamte Erdoberfläche überzog.

„Schneeball Erde“ nennen Fachleute diese Episode in der Geschichte unseres Planeten. 60 Millionen Jahre lang war die Erde eine eisige Wüste. Wolken gab es vermutlich kaum, und nur wenige Bereiche der Kontinente und Ozeane waren wohl nicht vergletschert. Für Äonen gab es nur Eis, Himmel und Kälte.

Und Vulkane, denn tektonische Prozesse liefen auch unter dem Eis weiter. So reicherte sich langsam Kohlendioxid in der Atmosphäre an. Schließlich war die entscheidende Schwelle überschritten: Das Treibhausgas wärmte die Erde genug, um die Gletscher schmelzen zu lassen, und anschließend kippte das Klima ins andere Extrem: Im heißen Supertreibhausklima tobten gigantische Stürme, die das Meer bis in hunderte Meter Tiefe aufwühlten.

Erst als sich das Kohlendioxid in bis zu 30 Meter dicken Sedimentlagen ablagerte, beruhigte sich das Klima. So endete die vermutlich größte globale Katastrophe in der Geschichte der Erde.

Doch wie sie begann, ist weiter rätselhaft. Bisherige Erklärungen scheitern meist daran, dass sie in der Erdgeschichte nicht einzigartig genug sind: Warum vereiste der Effekt einst die Welt, bei seinem mehrfachen Auftreten davor oder danach jedoch nicht mehr?

Nun stellen Francis Macdonald und Robin Wordsworth von der Harvard University eine Hypothese auf, nach der vor exakt 717 Millionen Jahren zum Unglück auch noch zweimal Pech dazu kam. Zu jener Zeit, exakt am Beginn der großen Vereisung, entstanden Teile des so genannten Franklin-Flutbasalts, eine vulkanische Eruption, die große Mengen Lava förderte.

Flutbasalte sind in der Erdgeschichte nicht selten und bekanntermaßen katastrophal. So werden die Flutbasalte der Sibirischen Trapps mit dem schlimmsten Massenaussterben der Erdgeschichte an der Perm-Trias-Grenze in Verbindung gebracht. Die Franklin-Flutbasalte waren kleiner, dafür aber geschahen sie nach Angaben der beiden Harvard-Forscher in einer Region, in der verdampfendes Meerwasser dicke Salzlagen zurückgelassen hatte – darunter das schwefelhaltige Mineral Gips.

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Feuer und Schwefel

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  • Warum ?
    Weil ; Erstens gäbe es in der gesamten Programmierabteilung *„hk“
    ( eine Unterabteilung von Green Pease ) keinen einzigen Mathematiker, der den Umfang einer Kugel berechnen könne.
    Als Berechnungsgrundlage sei die deutsch-spanische pi x pulgar Methode nach Prof. Dr, Raul Grobschätzer genommen worden.

  • Erderwärmung und Klimakathastrophe sind abgesagt.
    Das Hauptquartier für Erderwärmung und Kimakatasthrophe „Al Guru USA „ teilt mit.
    Der Chefideologe von El Guru, Salomon Brainspin hat anlässlich des Datenklaus beim IPPC-London gestanden, daß die Programme zur Berechnung der Erderwärmung von falschen Voraussetzungen ausgehen. Der Einfacheit wegen sei man davon ausgegangen, daß die Erde eine Scheibe ist und habe dafür die lange unter Verschluss gehaltene, geheime Erdscheiben-Theorie - Lizenz vom Vatikan angemietet.

  • Hallo Herr Nampf...

    Aktuell liegen die CO2 Gesamtemissionen der Erde gem. IPCC bei 810 Mrd. to/Jahr, davon 35 Mrd. to aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe. Zu den CO2 Emissionen aus Vulkanen habe ich die Zahl von 70 Mio. to/Jahr gelesen. Angesichts der Dynamik des Kreislaufs schätze ich dass es im heutigen Kreislauf einer zusätzlichen CO2 Emission von 100 - 200 Mrd. to/Jahr bedürfte um den CO2 Gehalt der Atmosphäre massgeblich zu beeinflussen.

    Üblicherweise werden Vulkane von den Wissenschaftlern inkl. IPCC mit einer Abkühlung der Atmosphäre in Verbindung gebracht. Aschewolken und SO2 absorbieren und reflektieren das Sonnenlicht und führen so zu einer Abkühlung.

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