Google und Sanofi

Mit der Cloud gegen Diabetes

Diabetes ist eine der Krankheiten, bei der Technologie den Betroffenen helfen könne, meint Google. Der Internetriese arbeitet nun gemeinsam mit dem Pharmakonzern Sanofi an neuen Behandlungsmöglichkeiten.
Kommentieren
Neue Technologien sollen den Patienten Unannehmlichkeiten vom täglichen Pieks in den Finger bis hin zur Amputation von Gliedmaßen ersparen. Quelle: dpa
Diabetes

Neue Technologien sollen den Patienten Unannehmlichkeiten vom täglichen Pieks in den Finger bis hin zur Amputation von Gliedmaßen ersparen.

(Foto: dpa)

Google will zusammen mit dem französischen Pharmakonzern Sanofi bei der Behandlung von Diabetes zusammenarbeiten. Am Montag einigte sich der US- Internetriese mit Sanofi über die Zusammenarbeit bei der Behandlung der Krankheit, die weltweit rund 382 Millionen Menschen betrifft. Beide Unternehmen gaben keine finanziellen Details zu der Vereinbarung bekannt.

Diabetes sei genau die Art Krankheit, bei der Technologie den Patienten helfen könne, erklärte Andy Conrad, Leiter der Life-Science-Sparte von Google. Sie könne die Blutzucker- und Insulinwerte von Diabetikern verfolgen und ihnen Unannehmlichkeiten vom täglichen Pieks in den Finger bis hin zur Amputation von Gliedmaßen ersparen. Google wolle mit Sanofi daran arbeiten, bessere Möglichkeiten für Patienten und Ärzte zu entwickeln, die für die Behandlung der Krankheit bestimmenden Informationsquellen zu sammeln, zu analysieren und zu verstehen, teilte das Unternehmen mit.

Sanofi, weltweit die Nummer Eins bei Insulin, wolle an neuen Verabreichungsmethoden für Insulinpräparate zu arbeiten, darunter auch mit Bluetooth ausgerüstete Pens, die es dem Arzt ermöglichen, Zeitpunkt und Menge des vom Patienten genommenen Insulins zu beobachten.

Google und Sanofi wollen Produkte entwickeln, mit deren Hilfe Glukose-Werte im Blut in Echtzeit gespeichert und analysiert werden können, so dass Patienten und Ärzte schneller auf Spitzen- und Tiefwerte reagieren und damit Spätfolgen einer schlecht eingestellten Diabetes vermeiden können, darunter auch Herzinfarkte und Krebs.

Derzeit überprüfen Diabetes-Patienten mehrmals täglich ihre Blutzuckerwerte durch kleine Stiche in einen Finger und Überprüfung des austretenden Blutstropfens mittels eines Teststreifens in einem Messgerät. Darüberhinaus müssen die Patienten Nahrungsaufnahme und Bewegung berücksichtigen, um ihren Insulinbedarf zu berechnen - die kombinierten Anforderungen führen dazu, dass mehr als die Hälfte der Diabetiker nicht ihrer Zielwerte erreichen, wie aus einer 2013 veröffentlichten Studie hervorgeht.

Googles Alphabet ist keine Neuerfindung
Ebay
1 von 8

Wer bei Ebay ersteigerte, konnte direkt „hausintern“ die Rechnung begleichen – mit dem Bezahldienst Paypal. Den hatte das Online-Auktionshaus 2002 für rund 5,1 Milliarden Dollar gekauft. Doch Ebay entschied sich zur Abspaltung: Als unabhängiges Unternehmen habe Paypal „gewaltiges Potenzial“, seine Rolle als die Nummer eins bei Verbrauchern, Partnern und Händlern auszubauen, erklärte Unternehmenschef Dan Schulman...

Paypal
2 von 8

Im Juli startete Paypal an der Börse. Der Kurs der Aktie stieg am ersten Tag nach der Trennung bis Börsenschluss um mehr als fünf Prozent auf 40,47 Dollar pro Aktie. Paypal wird damit mit mehr als 49 Milliarden Dollar (45 Milliarden Euro) bewertet – und überflügelt damit die ehemalige Mutter klar: Ebay ist an der Börse rund 34 Milliarden Dollar wert.

IBM
3 von 8

IBM hat seine Ursprünge in der Herstellung von Büromaschinen wie Lochkartensortierern oder Tabelliermaschinen. Später standen auch Computer auf der Produktpalette des US-Konzerns. Doch diese Zeiten haben sich geändert: IBM verkaufte sein PC-Geschäft an Lenovo und die verlustbringende Chipsparte an die von einem arabischen Staatsfonds kontrollierte Firma Globalfoundries. Der Konzern will sich weg vom klassischen Computer-Geschäft und hin zu einem modernen Anbieter von Daten-Analyse und Cloud-Services entwickeln. Das gestaltet sich allerdings schwierig. Von April bis Juni sanken die Erlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14 Prozent auf 20,81 Milliarden Dollar, der Gewinn ging um 17 Prozent auf 3,45 Milliarden Dollar zurück. „Die Ergebnisse zeigen, dass wir uns weiter im Wandel befinden“, kommentierte IBM-Chefin Ginni Rometty die Zahlen.

Sony
4 von 8

Sony (im Bild das Handheld 3DS) machte die vergangenen drei Jahre Verluste, verdient aber nach dieser langen Durststrecke inzwischen wieder ordentlich Geld. Im vergangenen Quartal gab es einen Gewinn von 82,4 Milliarden Yen (600 Millionen Euro) - drei Mal so viel wie ein Jahr zuvor. Als Retter für Sony erweisen sich immer mehr die Kamera-Sensoren, die in vielen Smartphones anderer Hersteller zum Einsatz kommen. Das eigene Handy-Geschäft bringt Sony hingegen rote Zahlen. Von seinem eigenen PC-Geschäft und der Marke Vaio hatten sich die Japaner Anfang 2014 getrennt.

Nokia
5 von 8

Wer in den 1990er Jahren mobil telefonierte, der hatte bestimmt ein Nokia-Telefon in der Hand. Das finnische Unternehmen war Weltmarktführer, verschlief aber wichtige Trends und litt unter zu hohen Kosten. 2013 verkaufte Nokia seine Handysparte an Microsoft, um sich auf Netzwerkausrüstung zu konzentrieren. Mitte 2015 schlug Nokia zudem den Kartendienst Here los. Doch inzwischen läuft der Comeback-Versuch im Handy-Geschäft an: Nokia testet neue Produkte, stellt Software-Experten ein und liebäugelt mit Vertriebspartnern sowie Lizenzverträgen. Das Ass im Ärmel der Finnen ist ihr Fundus an Patenten – einem der größten der gesamten Branche. Doch bis 2016 sind Nokia die Hände gebunden, bis dahin darf der Konzern nicht mit Microsoft konkurrieren.

Hewlett-Packard
6 von 8

Sie waren die ersten im Silicon Valley, doch hängen mittlerweile der Konkurrenz hinterher: Im zweiten Quartal schrumpfte der Umsatz von HP im Jahresvergleich um sieben Prozent auf 25,5 Milliarden Dollar. Der 75 Jahre alte Konzern will sein Computer- und Drucker-Geschäft in einer neuen Gesellschaft bündeln, getrennt von den zukunftsträchtigeren Bereichen mit Computerservern und Datenspeichern für Firmen sowie sonstigen Dienstleistungen.

Verizon
7 von 8

Auch AOL hat eine glorreiche Vergangenheit: Zu seiner Blütezeit hatte der Internetkonzern mehr als 30 Millionen Kunden weltweit. Doch das Platzen der Internetblase machte dem Konzern zu schaffen: Im Mai 2015 wurde der Konzern für lediglich noch 4,4 Milliarden Dollar vom US-Telekommunikationsriesen Verizon aufgekauft. Der handelte damit nach seiner neuen Strategie: Verizon will im Video- und Werbegeschäft mitmischen.

Geräte, die die Blutzuckerwerte kontinuierlich überprüfen und die Daten in eine Cloud hochladen, ermöglichten es den Patienten, weg von einer reaktiven und episodischen Behandlung hin zu einer proaktiven und vorbeugenden Behandlung zu kommen, erläuterte Conrad. „Ein Gramm Vorbeugung wiegt ein Pfund Heilbehandlung auf.“

  • Bloomberg
Startseite

Mehr zu: Google und Sanofi - Mit der Cloud gegen Diabetes

0 Kommentare zu "Google und Sanofi: Mit der Cloud gegen Diabetes"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%