Gore Tex
Winzige Poren mit großer Wirkung

Immer wieder knickt die Maschine die Stiefel, als würde ein Wanderer mit ihnen über Stock und Stein gehen. Stunde um Stunde, Tag um Tag. Insgesamt 300 000 künstliche Schritte müssen die Schuhe im Labor absolvieren. Dabei stehen sie bis zum Schaft im Wasser. Mit dem Dauertest will Gore herausfinden, ob die Stiefel wirklich halten, was die Firma verspricht: Produkte, die absolut wasserdicht sind.

WESTERHAM. Gore – das steht für trockene Füße und eine schweißfreie Haut. Seit mehr als 30 Jahren entwickelt der amerikanische Mittelständler Stoffe, die Wind und Wasser abweisen. Gleichzeitig sind sie von innen durchlässig, um Feuchtigkeit nach außen abzugeben. Kein anderer Stoffhersteller hat es geschafft, sich einen so guten Namen zu machen wie Gore mit seiner Marke „Gore Tex“. „Für uns ist Gore ein wichtiges Qualitätssiegel“, sagt Lars Meindl, Chef des bayerischen Wanderschuhproduzenten Meindl. „Kunden achten beim Kauf sehr genau darauf, ob ein Schuh mit Gore Tex ausgestattet ist oder nicht.“

Wer Jacken, Schuhe oder Handschuhe mit dem schwarz-goldenen Gore–Tex-Anstecker trägt, der besitzt wahre High-Tech-Produkte. Auf jeden Quadratzentimeter des Stoffs, der so genannten Membrane, kommen mehr als 1,4 Milliarden Poren. Diese sind rund 20 000 Mal kleiner als ein Wassertropfen, aber 700 Mal größer als ein Wasserdampfmolekül. Damit ist die Membrane von außen wasserdicht. Schweiß kann jedoch problemlos entweichen.

In Kleidungsstücken wird die Membrane zwischen Obermaterial und Futter eingearbeitet. Anschließend werden die Nähte versiegelt, damit kein Wasser eindringt.

In Westerham, einem Dorf im Südosten von München, stehen die Testlabors von Gore. Hier nehmen die Bekleidungs-Experten nicht nur Schuhe im Dauertest unter die Lupe – auch die Textilien werden unter Extrembedingungen geprüft. Im Regenturm, einem gläsernen Kubus, der von seiner Grundfläche so groß ist wie ein Büro, werden Wanderjacken eine halbe Stunde lang von allen Seiten mit Wasser besprüht. Aus zehn Meter Höhe prasseln die Tropfen herab. „Nur auf diese Weise lässt sich herausfinden, ob ein Kleidungsstück wirklich dicht ist“, erläutert Gore-Sprecher Hans-Peter Rudolph.

Noch ausgefeilter sind die Teststände für Schuhe. Hier füllen die Ingenieure von Gore Wasser in die Stiefel und erwärmen sie auf Körpertemperatur. Dann messen die Experten, wie viel Feuchtigkeit heraus kommt.

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