Gotthard-Eisenbahntunnel
Pharaos Alpentunnel

Der neue Gotthard-Eisenbahntunnel ist ein Projekt von pharaonischen Dimensionen - und Kosten. Doch auch von ein paar Milliarden Franken mehr lassen sich die Schweizer den Stolz auf ihr Jahrhundertprojekt nicht trüben.
  • 3

LuzernDas Projekt hat pharaonische Ausmaße: 28 Millionen Tonnen Stein und Schutt mussten beseitigt werden, 1.800 Menschen arbeiten daran, den 57 Kilometer langen Tunnel pünktlich fertig zu stellen. Die Rede ist vom neuen Gotthard-Eisenbahntunnel, dem längsten der Welt.

In dieser Woche jährt sich zum zweiten Mal der Tag des Tunneldurbruchs. Während in Deutschland kleinere Projekte wie der Berliner Flughafen oder die Hamburger Elbphilharmonie täglich für Pannen-Schlagzeilen sorgen, arbeiten die Schweizer ohne größere Probleme der Eröffnung in vier Jahren entgegen.

Herr der Mega-Baustelle ist Renzo Simoni. Der hagere Bauingenieur ist Vorstandschef der Alptransit, der Projektgesellschaft der Schweizer Bahn, die das Milliarden-Projekt verantwortet. In seinem Büro in Luzern hängen zahlreiche Baustellenbilder, auf den Regalen thronen Gesteinsproben. „Ich bin ziemlich sicher, dass wir die Eröffnung wie geplant im Jahr 2016 hinbekommen“, sagt er.

Die neue Alpentransversale (Neat) besteht genau genommen aus zwei Tunnel: Dem Gotthard und dem Ceneri-Tunnel zwischen Bellinzo und Lugano, der noch einmal 15,4 Kilometer lang ist. Ganz ohne Probleme verliefen die Bauarbeiten natürlich nicht. 1998 planten die Verantwortlichen mit 12,2 Milliarden Franken für beide Tunnel. Laut dem letzten Prüfbericht des Schweizer Bundesamtes für Verkehr (BAV) werden die Endkosten nun mit 18,7 Milliarden Franken veranschlagt.

Macht Zusatzkosten von rund 50 Prozent. „Doch die Gesamtkostenprognose des BAV ist seit 2007 konstant“, betont Rudolf Sperlich, Sektionschef Großprojekte beim BAV. Und verglichen mit dem Berliner Großflughafen scheint die Planabweichung moderat. Denn mit 4,3 Milliarden Euro dürfte der Flughafen nun fast doppelt so teuer wie ursprünglich geplant werden.

Kommentare zu " Gotthard-Eisenbahntunnel: Pharaos Alpentunnel"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Die Milliarden sind sicher besser investiert als unsere "Hilfspakete" für notleidende Milliardäre.

  • Schweizer Präzision, beneidenswert

    aber Herr Simoni hat auch nicht nebenher seine Doktorarbeit geschrieben und hatte auch keinen unfähigen Partylöwen als Aufseher.

  • schön.
    ... Ohne einen Ausbau der Reihntalstrecke aber nur halb so schön.

    Statt sinnvolle Infrastruktur anwohnerfreundlich zu gestalten,
    finanzieren die Deutschen lieber ihren Export.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%