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Greenpeace: Giftige Pestizide im Salat - nur Bio-Ware unbelastet

Blattsalat aus konventionellem Anbau ist nach einer Studie von Greenpeace in der Regel mit giftigen Pestiziden und Nitrat belastet. Keiner dieser Salate aus dem Angebot von sechs großen Supermarktketten sei frei von Pestizidrückständen gewesen, teilte die Umweltorganisation am Montag mit.

dpa HAMBURG. Blattsalat aus konventionellem Anbau ist nach einer Studie von Greenpeace in der Regel mit giftigen Pestiziden und Nitrat belastet. Keiner dieser Salate aus dem Angebot von sechs großen Supermarktketten sei frei von Pestizidrückständen gewesen, teilte die Umweltorganisation am Montag mit. „Fünf der 21 untersuchten Kopf-, Eichblatt- und Rucolasalate erreichten den gesetzlichen Grenzwert für Spritzmittel oder überschritten diesen sogar - bis um das 36-Fache“, hieß. Gut hätten bei dem Test der insgesamt 23 Salate allein zwei Bio-Salate abgeschnitten, in denen keine Pestizide nachgewiesen wurden.

Wegen wiederholten Verstoßes gegen das Lebensmittelgesetz hat Greenpeace nun Anzeige gegen zwei der Handelsketten erstattet und fordert, die Vermarktung derartiger Ware zu stoppen und die Hersteller zu nennen. Das Bundesministerium für Verbraucherschutz forderte bessere Kontrollen. „Es darf nicht sein, dass Grenzwerte überschritten werden. Importeure und Händler sind gefordert, durch Eigenkontrollen und Kontrollen der Anbaupraxis sicher zu stellen, dass keine belastete Ware auf den Markt gelangt.“ Nur mit einer konsequenten Qualitätssicherung könne das Vertrauchen der Verbraucher gewonnen werden, meinte das Ministerium zu den Ergebnissen der Studie.

„Viele Pestizide dran und wenig Nährstoffe drin - für Blattsalate gilt das oft gerade im Winter“, sagte Chemieexperte Manfred Krautter. Damit Kopf-, Eichblatt- oder Rucolasalat in dieser Jahreszeit überhaupt gedeihe, werde er häufig in Treibhäusern gepäppelt, stark gespritzt und überdüngt. Dadurch schnellten die Pestizid- und Nitratwerte nach oben. „Der Verkauf von fast einem Viertel der Testware ist gesetzeswidrig“, meinte Krautter.

Vor allem die Pestizide Deltamethrin, Diphenyl, Diflubenzuron, Ethofenprox und Iprodion, die zum Teil Krebs auslösen und das Hormonsystem beeinträchtigen könnten, hätten zu hohe Werte aufgewiesen. In den meisten Blattsalaten sei zusätzlich der Gehalt an Nitrat stark erhöht gewesen. Diese könnten sich im Körper in Krebs erzeugende Nitrosamine umwandeln.

Für den Test hatten Greenpeace-Mitarbeiter Ende November in Supermärkten in Hamburg, Köln, Kassel, Leipzig und Stuttgart Salate gekauft. Die Proben überprüfte ein Speziallabor auf über 350 verschiedene Pestizidrückstände. dpa mk yyno hu 131 424 Dez 04

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