Grenzüberschreitender Einsatz
Der TGV trainiert für Deutschland

Grenzenloser Hochgeschwindigkeitsverkehr: Von 2008 an wollen die Deutsche Bahn und die französische Staatsbahn SNCF ihre Top-Züge ICE und TGV auch zwischen Paris und Frankfurt sowie Stuttgart mit Tempo 300 fahren lassen.

BERLIN. Bereits jetzt verbindet der Thalys - ein TGV - Köln mit Paris. Für den Sprung über die Grenze müssen beide Zugsysteme jedoch technisch präpariert werden. Nachdem der ICE in einem mehrjährigen Testprogramm für den Frankreich-Einsatz fit gemacht wurde, wird derzeit ein TGV auf deutschen Bahnstrecken getestet.

Unterschiedliche Strom- und Signalsysteme von Land zu Land, aber auch von einander abweichende Technikentwicklungen und Sicherheitsphilosophien machen selbst im grenzenlosen Europa den internationalen Einsatz von High-Tech-Zügen immer noch kompliziert. Zwar haben sich die Bahnen schon vor Jahrzehnten auf Standards geeinigt, um wenigstens Reisezug- und Güterwagen international einzusetzen, doch bei Lokomotiven und erst Recht bei Hochgeschwindigkeitszügen ist das nicht so einfach.

Seit Ende 1999 arbeiten die beiden Bahnen an der Lösung der damit zusammenhängenden, bei weitem nicht trivialen oder lediglich formalen Fragestellungen. "Diese haben weder mit Schikane noch mit überbordendem Nationalstolz zu tun", sagt Frank Panier, Chef des Projektteams für die Frankreich-Zulassung des ICE. Die Probleme beginnen schon an der Basis-Technik der Eisenbahn: In Frankreich haben Schienen und die auf ihnen rollenden Räder einen leicht anderen Schliff als in Deutschland. Deshalb muss der mit komplexer Messtechnik ausgestattete, acht Wagen lange Test-TGV zunächst beweisen, dass er auf dem deutschen Schienennetz sicher rollt.

Die so genannten lauftechnischen Untersuchungen begannen mit einem "Hochtastprogramm" auf der neuen Schnellstrecke Nürnberg - Ingolstadt: Nach und nach wurde der Zug bis auf Tempo 300 beschleunigt und sein Fahrverhalten akribisch dokumentiert. Nun muss er sich noch unter anderem die Geislinger Steige hinaufquälen. Untersucht wird dabei, ob der Zug auch enge Gleisbögen sicher durchfährt. Komplex ist auch das Zusammenspiel von Stromabnehmer und Oberleitung. Hier stoßen zwei unterschiedliche Technikwelten aufeinander. Für den Auslandseinsatz müssen ICE mit französischen und TGV mit deutschen Stromabnehmern ausgerüstet werden.

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