Griechenland
Sensoren melden Waldbrände

Griechische Wissenschaftler ein neues Verfahren entwickelt, das nicht nur eine frühzeitige Entdeckung von Bränden ermöglicht, sondern auch Echtzeit-Prognosen über die voraussichtliche Ausbreitung der Flammen liefert. Damit können die Löscharbeiten besser koordiniert und gefährdete Siedlungen rechtzeitig evakuiert werden.

ATHEN. Zum Start der Waldbrandsaison halten in den gefährdeten Ländern wieder Hubschrauberpiloten nach Rauchschwaden Ausschau. Satelliten senden aus dem Orbit Fotos der Risikogebiete zur Erde. Jetzt haben griechische Wissenschaftler ein neues Verfahren entwickelt, das nicht nur eine frühzeitige Entdeckung von Bränden selbst in unwegsamen Gebieten oder bei Nacht ermöglicht, sondern auch Echtzeit-Prognosen über die voraussichtliche Ausbreitung der Flammen liefert.

Ein elektronischer Sensor in einem etwa drei Zentimeter großen runden Plastikgehäuse ist das Herzstück des Systems mit dem Namen „Firementor“. Im Innern des Gehäuses verbergen sich ein Mikroprozessor, ein Thermometer und ein Funkmodul. Seine Stromversorgung erhält dieser Sensor aus einer handelsüblichen Lithium-Batterie, deren Lebensdauer etwa fünf Jahre beträgt. Im Abstand von 50 bis 150 Metern werden die wetterfesten Sensoren in Baumkronen gehängt. Die genaue Position jedes Senders wird per Satellitennavigation festgehalten und abgespeichert. Sie ist Teil der individuellen Kennung, die die Sensoren per Datenfunk ausstrahlen.

„Jeder Fühler übermittelt im Ruhezustand etwa zwei mal täglich per Funk die gemessene Temperatur“, erklärt Vassilios Veskoukis, Assistenzprofessor der Technischen Hochschule Athen. „Die Übermittlung erfolgt von einem Sensor zum nächsten, also über eine Art Kommunikationskette, an einen lokalen Kontroll-Knotenpunkt.“ Von den einzelnen Knotenpunkten werden die Messdaten per ISDN-Leitung, auf Mobilfunkfrequenzen oder per Satellitenkommunikation zu einer virtuellen Zentrale übermittelt. „Steigt die Temperatur über einen vorgegebenen Wert, zum Beispiel 40 Grad, wechselt der Sensor in den Alarmzustand und sendet seine Messergebnisse mit weiter steigenden Temperaturen in immer kürzeren Abständen. Steigt die Temperatur über 50 Grad, wissen wir: es brennt“.

Das Funktionsprinzip klingt simpel, die technische Umsetzung ist aber durchaus eine Herausforderung, sagt Vassilios Vescoukis: „Die eigentliche Schwierigkeit besteht darin, hunderte oder tausende dieser Sensoren zu einem Netzwerk zu verknüpfen, das sich ständig selbst rekonstruiert, wenn einzelne Sensoren durch die Flammen zerstört werden." Gleiches gilt für die lokalen Kontroll-Knotenpunkte (LCN): Auch hier reagiert das Netzwerk auf den Ausfall einzelner LCNs und schaltet automatisch auf alternative Knotenpunkte oder Übertragungswege um. In diesem dynamischen Netzwerk-Routing, das einen ununterbrochenen Datenfluss in Echtzeit gewährleistet, liege der Clou des Systems, so Veskoukis.

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