Grüne Gentechnik
Genreis trotzt extremer Trockenheit

Reis ist Grundnahrungsmittel für mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung. Entsprechend groß sind die Bemühungen, immer robustere Sorten zu züchten. Jetzt haben Forscher eine Sorte entwickelt, die selbst Dürren übersteht.
  • 11

Japanische Forscher haben einen gegen Dürre resistenten Genreis entwickelt, der auch bei großer Trockenheit einen guten Ernteertrag abwirft. Ein Team um Yusaku Uga vom Nationalen Institut für agrarbiologische Wissenschaft in Tsukuba entdeckte ein entscheidendes Gen einer Reissorte, die im trockenen Hochland der Philippinen angebaut wird.

Es gelang den Forschern, das Gen zu isolieren und in das Erbgut einer in weiten Teilen Asiens angebauten Reispflanze einzubauen. Über ihren Forschungserfolg berichten die Wissenschaftler aktuell im Fachmagazin „Nature Genetics“.

In der Regel hat Reis, der auf unter Wasser stehenden Feldern angebaut wird, flache und in seitliche Richtung wachsende Wurzeln. Die philippinische Reissorte „Kinandang Patong“ hat dagegen lange Wurzeln, die senkrecht nach unten in den Boden wachsen und auch in großer Tiefe Wasser erreichen können.

Anbau ohne Bewässerung

Verantwortlich für diese Besonderheit ist ein Gen, das die japanischen Forscher Deep Rooting (Tiefe Verwurzelung) oder kurz DR01 nannten. Das Gen bauten sie in eine herkömmliche Reispflanze mit der Bezeichnung IR64 ein.

Die so gewonnene neue Reissaat und die herkömmliche IR64-Saat wurden unter drei verschiedenen Bedingungen in Hochlandfeldern angepflanzt: ohne Dürre, mit einer moderaten Dürre und mit einer schweren Dürre. Beim herkömmlichen IR64-Reis betrug der Ernteertrag bei der moderaten Dürre nur 42 Prozent im Vergleich zum Ernteertrag ohne Dürre. Eine schwere Dürre zerstörte die komplette Ernte.

Beim Genreis hatte eine moderate Dürre dagegen kaum Auswirkungen auf den Ernteertrag. Und auch bei einer schweren Dürre sank der Ertrag um nur 30 Prozent.

Die neue Sorte könne im Hochland ohne Bewässerung angebaut werden, so Forschungsleiter Uga. Nun will er den Genreis auch in asiatischen Tiefland-Gebieten mit vielen Niederschlägen sowie in Südamerika versuchsweise anbauen.

Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung von derzeit gut 7 Milliarden Menschen ist auf Reis als Grundnahrungsmittel angewiesen. Viele Wissenschaftler sehen in der grünen Gentechnik das wichtigste Hilfsmittel, um widerstandsfähigere Reissorten zu entwickeln und so die Ernährung der weiter wachsenden Erdbevölkerung zu gewährleisten. Kritiker der Gentechnik argumentieren allerdings, dieses Ziel könne auch ohne diese umstrittene Technologie erreicht werden.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Grüne Gentechnik: Genreis trotzt extremer Trockenheit"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Beleg?

  • Im Frühjahr hatte ich zufällig mit einem philippinischen Ernährungsprofessor über den in den Philippinen verkauften weissen Genreis gesprochen. Seiner Meinung nach, entstehen die Mangelkrankheiten in der Bevölkerung verstärkt, seitdem Genreis verkauft wird. Auch sei die Belastung durch die zwangsweise gekoppelten Pestizide eine Krankheitsquelle für die Bevölkerung. Bio Reis wird zwar angeboten, kostet aber das Doppelte.

    Es ist ja unbestreitbar, dass in dem Naturparadies Philippinen Diabetis, Bluthochdruck und Krebs seit der neuzeitlichen Ernährung sprunghaft angestiegen sind. Dazu kommt, dass amerikanische Firmen, das Land mit Tiernahrung überschwemmen, die wiederum für den Menschen nach dem Verzehr des Tieres gefährlich wird.

  • Nicht nur die Ostblockstaaten sind untergegangen, auch die Griechen, die Römer, die Ägypter, ja alle wohlhabenden deuteschen Kleinstaaten sind verschwunden. Bald verschwindet auch die EU wieder, wenn das militärische Potential nicht ausreicht, die Bürger zu unterdrücken, wenn sie ihrer Unzufriedenheit Ausdruck verleihen, wie z.Zt. in Afrika und der Türkei.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%