Grünes Licht für Discovery-Heimflug
Nasa-Sorgen um „Discovery“ wachsen

Für die Besatzung des Space-Shuttle „Discovery“ hieß es am Freitag „Kofferpacken“: Nachdem die Nasa nach einer vorausgegangenen Serie von Problemen grünes Licht für den Heimflug gegeben hatte, bereiteten sich die sieben Astronauten auf den für Samstagmorgen geplanten Abschied von der Internationalen Raumstation ISS vor.

dpa CAPE CANAVERAL/WASHINGTON. Sorgen auch bei der letzten Etappe der US-Raumfähre „Discovery“: Wegen „instabilen Wetters“ hat die US-Weltraumbehörde Nasa die für Montagmorgen geplante Landung der „Discovery“ auf dem Kennedy-Weltraumzentrum Cape Canaveral (Florida) auf Dienstag verschoben.

Nun sorgen sich die Nasa-Manager nicht nur um eine sichere Landung der „Discovery“ mit ihren sieben Astronauten, sondern auch um eine möglicherweise vom Wetter erzwungene Landung in Kalifornien oder Neu Mexiko.

Denn eine Landung im Westen der USA wäre ein weiterer Rückschlag bei den Plänen der Nasa für die Wiederaufnahme der regelmäßigen Shuttle-Flüge zur internationalen Raumstation ISS noch in diesem Jahr. Die Wettervorhersagen der Nasa für Dienstag in Florida waren so ähnlich wie die für Montag. Eine endgültige Entscheidung sollte deshalb erst wie schon am Montag im letzten Augenblick getroffen werden - also gut 100 Minuten vor der angepeilten Landezeit.

Zweieinhalb Jahre nach der „Columbia“-Katastrophe, bei der sieben Astronauten beim Zerbrechen der Fähre getötet wurden, sieht die Nasa aber trotz der aktuellen Wetterprobleme keine besondere Gefahr für eine sichere Landung. Der Wiedereintritt in die Erdatmosphäre, bei dem sich das Shuttle durch die große Reibung enorm erhitzt, gilt als der gefährlichste Teil jeder bemannten Weltraumfahrt. Beim Unglück der „Columbia“ war die am Hitzeschild beschädigte Raumfähre beim Eintritt in die Atmosphäre auseinander gebrochen.

Die wenigen Wolken über Cape Canaveral hätten eine Landung am Montag zwar theoretisch möglich gemacht, „aber angesichts der instabilen Wetterlage fühlen wir uns nicht wohl mit einer Landung heute“, sagte Flugdirektor Leroy Cain. Für die zwei angepeilten Landetermine um 10.46 Uhr Mesz und 12.22 Uhr Mesz gab es kein grünes Licht vom Kontrollzentrum in Houston (Texas). Gut 100 Minuten vor einer geplanten Landung muss entschieden werden, ob die Astronauten in der Weltraumfähre die Bremsraketen zünden und ihre Umlaufbahn in Richtung Erde verlassen wollen.

Nun verlängert sich die Mission der „Discovery“ um einen weiteren Tag. Sie soll nun am 14. Tag nach ihrem Start vom 26. Juli am Dienstag entweder in Cape Canaveral oder aber in Kalifornien oder Neu Mexiko landen. Um 11.07 Uhr Mesz und 12.43 Uhr Mesz gibt es den Angaben zufolge noch zwei Optionen in Cape Canaveral. Sollte schlechtes Wetter eine Landung in Florida vereiteln, gibt es laut der Nasa um 14.11 Uhr Mesz sowie 15.47 Uhr Mesz Möglichkeiten auf dem Edwards-Luftwaffenstützpunkt in Kalifornien. Darüber hinaus könne auch auf einem weiteren Luftwaffenstützpunkt in Neu Mexiko gelandet werden. Schlechte Wetterbedingungen an allen drei möglichen Landeplätzen seien erfahrungsgemäß sehr unwahrscheinlich. „Wir werden irgendwo am Dienstag landen“, betonte Cain.

In der Nacht zum Montag hatten die Astronauten der „Discovery“ mit den letzten Landevorbereitungen begonnen. Sie legten ihre schweren Spezialanzüge an, die sie bei der riskanten und körperlich sehr belastenden letzten Etappe ihrer Mission schützen sollen. Am Montag kreiste die Raumfähre wie schon am Vortag in 360 Kilometern Höhe über der Erde. „Es ist Zeit, nach Hause zu kommen, die Fähre weiter zu verbessern und für neue Flüge vorzubereiten“, hatte Kommandantin Eileen Collins schon am Montag gemeint. Die engsten Angehörigen der Crew hatten in der Nacht zum Montag auf dem Weltraumbahnhof auf die Rückkehr der Astronauten gewartet.

Die Nasa sieht in der jüngsten Reise der „Discovery“ eine insgesamt „herausragend erfolgreiche Mission... Wir haben alles erreicht, was wir uns vorgenommen hatten“, so der stellvertretende Shuttle-Manager Wayne Hale. Deswegen hoffte die Nasa auf einen neuen Shuttle-Einsatz schon am 22. September. Das aber wäre bei einer Landung im Westen der USA höchst zweifelhaft, weil es dauern würde, bis die Nasa-Techniker die zahlreichen, ihren Angaben zufolge meist kleinen Probleme beim Start der „Discovery“ sowie auf dem Raumflug im Detail untersuchen und lösen könnten.

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