Grünes Licht für Erkundungsraumschiff
Wie gedopt – Mission zum Mars

1972 legte Werner von Braun dem damaligen US-Präsidenten Richard Nixon einen Plan zur Eroberung des Mars vor. Der lehnte wegen der unkalkulierbaren Kosten ab. Doch jetzt, mehr als ein Vierteljahrhundert später, erwacht die Mission Mars wieder zum Leben: Die Nasa gibt grünes Licht für den Bau eines neuen Erkundungsraumschiffs.
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DÜSSELDORF. Die Einzelteile sollten von 950 Raketen in eine Erdumlaufbahn transportiert werden. Dort sollten Roboter sie zu zehn Raumschiffen zusammenbauen. 70 Astronauten würden damit die 45,5 Millionen Kilometer Entfernung zum Mars überbrücken. Zweieinhalb Jahre waren für die Mission veranschlagt.

Diesen Plan zur Eroberung des Mars legte der deutsch-amerikanische Raketentechniker und einstige Vizechef der US-Raumfahrtagentur Nasa, Werner von Braun, 1972 dem damaligen US-Präsidenten Richard Nixon vor. Der lehnte ab wegen der unkalkulierbaren Kosten. Doch jetzt, mehr als ein Vierteljahrhundert später, erwacht die Mission Mars wieder zum Leben: Im Rahmen des Programms "Constellation" (Sternbilder), das US-Astronauten bis zum Ende der kommenden Dekade erst zurück zum Mond und dann zum Mars bringen soll, gab die Nasa grünes Licht für den Bau eines neuen Erkundungsraumschiffs. Den Auftrag erhielt Lockheed Martin. Denn die Tage des aktuellen, noch von den Konkurrenzunternehmen McDonald Douglas und Rockwell konzipierten Space Shuttle sind gezählt. 2010 soll die flugzeugähnliche, aber besonders störanfällige Raumfähre ausgemustert werden - 29 Jahre nach ihrer ersten Mission.

Der Nachfolger, von der Nasa auf den Namen Orion getauft, soll zuverlässiger und sicherer als das alte Shuttle, billiger, vielseitiger einsetzbar sein und auch für längere Missionen im All taugen. Der Jungfernflug ist für 2014 angesetzt, die Rückkehr zum Mond für 2018, der Marsch zum Mars allerdings ist noch nicht terminiert.

Exakt 5,8 Milliarden Dollar hat die Nasa für das Projekt veranschlagt, das eine neue Ära in der Raumfahrt einläuten soll. "Der Weltraum wird nicht länger ein Ziel sein, das wir nur kurz ansteuern", sagt Nasa-Chef Michael Griffin. Irgendwann könnten Menschen sechs Monate auf einer Mondstation bleiben, glaubt er. Von dort aus können die Astronauten Richtung Mars starten - eine Reise, die etwa eineinhalb Jahre dauern würde. Auf dem rostroten und heute lebensfeindlichen Wüstenplaneten, auf dem einst erdähnliche Lebensbedingungen geherrscht haben sollen, hoffen die Forscher größere Vorkommen des Edelgases Helium 3 zu finden, mit dem sich Fusionsreaktoren betreiben ließen. Dann wäre die Menschheit alle Energiesorgen los.

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